{"id":100319,"date":"2023-10-31T08:14:44","date_gmt":"2023-10-31T08:14:44","guid":{"rendered":"https:\/\/logon.media\/?post_type=logon_article&#038;p=100319"},"modified":"2023-10-31T08:14:44","modified_gmt":"2023-10-31T08:14:44","slug":"burnout-endlich-koennen-die-alten-feuer-nicht-mehr-brennen","status":"publish","type":"logon_article","link":"https:\/\/logon.media\/de\/logon_article\/burnout-endlich-koennen-die-alten-feuer-nicht-mehr-brennen\/","title":{"rendered":"Burnout \u2013 endlich \u2013  k\u00f6nnen die alten Feuer nicht mehr brennen"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>In den Tiefen des Winters erfuhr ich schlie\u00dflich,<br \/>\ndass in mir ein unbesiegbarer Sommer liegt.<br \/>\n(Albert Camus)<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>1 Eine kurze Geschichte<\/strong><\/p>\n<p>Einer meiner Freunde, er ist im mittleren Alter, die Kinder sind aus dem Haus, erz\u00e4hlte aus seinem Leben, dem so erfolgreichen. Und vom gro\u00dfen Zusammenbruch. Als Techniker ist er fasziniert von den M\u00f6glichkeiten eben der Technik, von Messger\u00e4ten und Berechnungen, ist viel im Ausland unterwegs, kennt unterschiedliche Kulturen, ist technisch-kreativ und fragt sich immer, was da und dort verbessert werden kann, ist einfallsreich hinsichtlich der Steigerung der Verkaufszahlen \u2013 \u2013\u00a0\u2013 und: seit Jahren leidet er, an Kopfschmerzen. Aber daf\u00fcr\u00a0 gibt\u2019s ja Tabletten. Der Schmerz muss weg, ich muss ja arbeiten, ja nat\u00fcrlich ist\u2019s ein Kampf, dynamisch bleiben, Leistung ist gefragt \u2026 Immer bekam er Best\u00e4tigung von seinen Mitmenschen daf\u00fcr, wie gut er alles mache und wie t\u00fcchtig er sei.<\/p>\n<p>Und dann pl\u00f6tzlich waren sie da \u2013 Freudlosigkeit, Leere und ein riesiger brennender Schmerz in der Seele, wie im Pizzaofen, wo das Holz daneben brennt, war das damals \u2026 ach wie sinnlos doch alles ist, Verzweiflung, Panik, was sein wird, wenn \u2026 Angst, Existenzangst \u2013\u00a0\u2013\u00a0\u2013 und pl\u00f6tzlich die Gewissheit, nichts mehr tun zu wollen, was nicht auf irgendeine Weise mit dem Inneren, nein dem Innersten zusammenpasst. Und da nun begann ein neues Leben, denn: die alten Feuer konnten nicht mehr brennen. Es war wie ein Tod im Feuerofen. Anfangs war das nicht einfach, doch endlich durfte etwas Neues beginnen. \u2013 Wie wahr er doch ist, dieser Satz vom Stirb und Werde! Sterben im Feuer.<\/p>\n<p><strong>2 Wahn und ein Haufen Asche<\/strong><\/p>\n<p>Kennen wir nicht alle diesen Gr\u00f6\u00dfenwahn, wir, die gro\u00dfen K\u00fcnstler, Experten; was haben wir nicht alles f\u00fcr Vorstellungen. Und irgendwann entpuppt sich das, was wir zu machen gewohnt sind, als Illusion, als Wahn, als Spinnerei, ja als schwere Seelenkrankheit, die unz\u00e4hlige nervliche und andere k\u00f6rperliche Gebrechen nach sich ziehen muss. Und dann, wenn die alten Feuer nicht mehr brennen k\u00f6nnen, wenn tiefe, trostlose Leere herrscht und Aschehaufen wie Grabh\u00fcgel \u00fcber den schwachen Seelen der lebend Toten liegen, erst dann beginnen wir zu fragen, beginnen zu untersuchen.<\/p>\n<p><strong>\u00a03 Nur EINE Krankheit \u2013 Widerstand.<\/strong><\/p>\n<blockquote><p>Wir werden getrieben von Zweifel zu Zweifel,<br \/>\nkaum jemand, der frei davon.<br \/>\nUnd es ist gut, dass es so ist.<br \/>\nDie Zweifel lassen Furcht wachsen,<br \/>\nSorgen und \u00c4ngste,<br \/>\nes sind die Erfahrungen der H\u00f6lle.<br \/>\nUnd es ist gut, dass es so ist.<\/p>\n<p>Ja, es ist gut!<br \/>\nSo bleiben wir in Bewegung,<br \/>\nso erfahren wir schmerzhaft die Untauglichkeit unserer Irrlichter;<br \/>\nso lange, bis wir ausgebrannt sind.<\/p>\n<p>Burnout \u2013 eine der boomenden Diagnosen unserer Tage,<br \/>\nund es ist gut, dass es so ist.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die einzige Krankheit, die Ursache all unserer Missst\u00e4nde, ist, \u00fcber den Lauf der Dinge, \u00fcber die Gesetze des Lebens nicht Bescheid zu wissen und daher \u00e4ngstlich zu sein und im Widerstand zu bleiben.<\/p>\n<p>Die Zeit, die wir aktuell erleben, ist f\u00fcr viele herausfordernd, kompliziert; doch wurden die Tage vor 50, 60 oder 70 Jahren damals nicht auch so empfunden? Fr\u00fcher war es in unseren Breiten vor allem \u00e4u\u00dfere Not, welche die Menschen trieb, um zu \u00fcberleben \u2013 und es sind innere Not, Heimweh, eine alte Sehnsucht, die uns heute hetzen, uns im Kreis laufen lassen, gar nicht selten bis zum Burnout \u2026<\/p>\n<p><strong>4 Aquarius<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Welt ist dabei, immer weiter in das Sternbild des Wassermanns einzutreten. Wassermann: Freiheit, Ungebundenheit der Seele und riesiges Chaos, aus dem der Ph\u00f6nix, der Feuervogel, sich ununterbrochen erheben will, ja erheben wird \u2013 als die vollkommen gesunde Seele, die auch \u00fcber einen entsprechenden K\u00f6rper verf\u00fcgt. Doch bevor das so ist, m\u00fcssen wir die Erfahrungen im Chaos, im Auseinanderfallen erleben, m\u00fcssen wir durch viele Ver\u00e4nderungen gehen, die nichts anderes sein wollen als m\u00f6gliche Zeiten der Reifung. Das, was nicht mehr tauglich ist, muss gehen d\u00fcrfen, damit Neues werden kann (da ist es wieder, dieses st\u00e4ndige Stirb und Werde). Und nach den inneren Kriegen und Krisen, oft erst viele Jahre danach, verstehen wir, welch Gl\u00fcck im vermeintlichen Ungl\u00fcck lag, ja immer liegt: Das Alte brennt aus, stirbt, kommt zur Erde zur\u00fcck \u2013 und Neues kann werden. Es ist \u00e4hnlich wie bei der Raupe und dem Schmetterling: Den Tod der Raupe nennt der Rest der Welt Geburt des Schmetterlings.<\/p>\n<p><strong>5 Opfer oder Nichtopfer \u2026<\/strong><\/p>\n<p>\u2026 das ist hier die Frage. Solange wir gern Opfer \u2013 des kollektiven und eigenen Wahns \u2013 bleiben, wir gern anderen die Schuld in die Schuhe schieben f\u00fcr unsere Missst\u00e4nde und Missverh\u00e4ltnisse, so lange liegen die Horizonte von Lebenserf\u00fcllung und Freude im Dunkeln, und damit unser ganzes Wesen.<\/p>\n<p>Erst dann, wenn wir vollkommen eigenverantwortlich leben, erst dann beginnt der Weg der Metamorphosen, der Wandlungen des Alten, Verschatteten hin zum Neuen, Lichten, und dann entz\u00fcnden wir die Feuer des Lebens, deren Quell im Innersten liegt, dann l\u00f6sen sich in bewusster Gegenwart Angst und \u00dcberforderung, Schw\u00e4che und Tod auf. Der Weg hierf\u00fcr ist geebnet, solange das eigene Herz offen bleibt f\u00fcr die Inspirationen der geistigen Essenz aus dem Innersten.<\/p>\n<p>Also k\u00f6nnen wir doch von Gl\u00fcck reden, wenn wir keine Kraft mehr haben, in den Labyrinthen der Welt zu irren? Hat nicht jeder von uns schon die Erfahrung gemacht, wie sich vordergr\u00fcndige Missgeschicke wandeln k\u00f6nnen in Gl\u00fcck und Freude, wenn wir bereit sind, sie zu verstehen und dann sie anzunehmen! Das hei\u00dft, nicht in unseren alten \u00fcblichen Widerst\u00e4nden zu verh\u00e4rten. Auch ich w\u00fcrde nicht \u00fcber diese Dinge schreiben, wenn nicht immer wieder leichte oder schwerere Dissonanzen Einhalt erzwungen h\u00e4tten im Gang des Gewohnten und so Platz gemacht h\u00e4tten f\u00fcr Neues.<\/p>\n<p><strong>6\u00a0 Heilung<\/strong><\/p>\n<p>Wenn je von Heilung gesprochen wird, ist immer nur Selbstheilung gemeint, nichts anderes. F\u00fcr diese bedarf es allerdings einer nicht immer und \u00fcberall selbstverst\u00e4ndlichen Eigenschaft: Mut, jedoch nicht \u00dcbermut, denn dies ist der Mut des Wahnsinnigen, der, berauscht von diversen Schatten und Trugbildern, in Unkenntnis der nat\u00fcrlichen Zusammenh\u00e4nge lebt. Kenntnis \u00fcber diese Zusammenh\u00e4nge zu erhalten und diese auch zu verwirklichen, ist einer der gro\u00dfen Auftr\u00e4ge, die das Universum dem Menschen stellt, damit er zu dem wird, wozu er gedacht und geadelt ist: unsterbliche Seele, bewusster Mitsch\u00f6pfer, Ewigkeitsg\u00e4nger.<\/p>\n<p>Es stimmt schon, viele von uns zweifeln an der Wirklichkeit, an der Wahrhaftigkeit eines unsterblichen Lebens; und das, obwohl alles voller Symbole und Zeichen ist, die uns an das Todlose, an das unendliche Selbst in uns erinnern wollen und die seit undenklichen Zeiten von den Weisen aller Regionen aufgezeigt sowie von der Natur zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Erkunden wir doch nur den Kern aller Religionen, die Legenden und M\u00e4rchen der V\u00f6lker, die darauf hinweisen, betrachten wir die st\u00e4ndigen Wandlungsvorg\u00e4nge im nat\u00fcrlichen Leben \u2013 \u00a0alles Irdische ist nur Gleichnis \u2013 f\u00fcr das Werden, f\u00fcr das Entflammen des Wahren Menschen. Denken wir in einer stillen Minute mal an uns selbst:<\/p>\n<p>Wie eigenartig, wie fremd mutet uns die Idee an, sterblich zu sein? Im tiefsten Wesen erf\u00fchlen wir uns doch als unsterblich. Einstein brachte es auf den Punkt: Der Tod \u2013 eine optische T\u00e4uschung. Solange uns unklar ist, was und wer wir eigentlich sind, solange unterliegen wir der T\u00e4uschung, der optischen T\u00e4uschung. Und dann k\u00f6nnen wir nicht anders sein als die arme Billardkugel, die hin und her gesto\u00dfen wird und die andere hin und her st\u00f6\u00dft, die mehr oder weniger zuf\u00e4llig den Ort erreicht, an den sie vorerst hin soll, um nach einer kurzen Pause der Erholung wieder auf den Tisch gelegt zu werden, um wieder herumgesto\u00dfen zu werden. Ach, wie tragisch, diese Willk\u00fcr, diese Unbestimmtheit, diese Blindheit. Doch tats\u00e4chlich, diese Billardkugel, das ist unser Leben. Nat\u00fcrlich, wir funktionieren einigerma\u00dfen, wir befinden uns rechtschaffen in den Tretm\u00fchlen des gesellschaftlichen Wahnsinns, bis wir, ausgebrannt, von der Zeit entsorgt werden\u00a0 als unbrauchbare leere H\u00fcllen \u2026<\/p>\n<p>Dies erleben, erfahren, wissen wir, wenn die alten Feuer nicht mehr brennen k\u00f6nnen. \u2013 Wenn wir von alten Feuern sprechen, muss es auch neue geben. Und ein solches neues Feuer lebendig werden zu lassen, das ist unsere eigentliche, unsere einzige Aufgabe \u2013 es ist der unbesiegbare \u201eSommer\u201c, der die Tiefen des \u201eWinters\u201c hinter sich gelassen hat.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Leicht \u00fcberarbeiteter Text aus dem Buch Wendezeit der Medizin, Teil 3, Zur Kunst des Einfachen, Verlag Zeitenwende, 2013<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":925,"featured_media":100375,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"tags":[],"category_":[110114],"tags_english_":[],"class_list":["post-100319","logon_article","type-logon_article","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category_-zeitgeist-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article\/100319","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/logon_article"}],"about":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/logon_article"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/925"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/100375"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=100319"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=100319"},{"taxonomy":"category_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/category_?post=100319"},{"taxonomy":"tags_english_","embeddable":true,"href":"https:\/\/logon.media\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags_english_?post=100319"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}