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	<title>Wissenschaft &#8211; LOGON</title>
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	<description>An online magazine with articles about spiritual development</description>
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	<title>Wissenschaft &#8211; LOGON</title>
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		<title>Die Seele – oder wie man alles Einfache kompliziert macht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heiko Haase]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 26 Nov 2025 06:00:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Natur zeigt uns ein wunderbares Bild der Einheit, in der alles an einem kosmischen Bauwerk mitarbeitet, von einem geistigen Band durchwoben und zusammengehalten. Und dieses Ganze ist nicht statisch, sondern in Entwicklung; es entwickelt Bewusstsein und strebt damit dem Urgrund entgegen, dem es einst entsprossen ist. Durch die Arbeit der Weltenseele wird sich der [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Natur zeigt uns ein wunderbares Bild der Einheit, in der alles an einem kosmischen Bauwerk mitarbeitet, von einem geistigen Band durchwoben und zusammengehalten. </em></p>
<p><span id="more-113920"></span></p>
<p>Und dieses Ganze ist nicht statisch, sondern in Entwicklung; es entwickelt Bewusstsein und strebt damit dem Urgrund entgegen, dem es einst entsprossen ist. Durch die Arbeit der Weltenseele wird sich der Geist seiner selbst in der Form bewusst.</p>
<p>Was ist die Seele und wie sieht sie aus?<br />
Der deutsche Arzt und Begründer der Zellularpathologie, Rudolf Virchow, wusste das ganz genau; sonst hätte er nicht mit solcher Bestimmtheit sagen können:<br />
„Ich habe so viele Leichen seziert und nie eine Seele gefunden.“</p>
<p>Nun, wer weiß, was er sich vorgestellt hat, wie die Seele aussehe. Seine Entdeckung hätte ihn aber auch zu der Frage führen können: „Ist meine Vorstellung von der Seele überhaupt richtig?“ Das wäre eine wissenschaftliche Herangehensweise. Vielleicht ist das der Grund, warum von naturwissenschaftlicher Seite so wenig – um nicht zu sagen: nichts – über die Seele zu hören ist. Es ist nicht Leugnung, wie Theologen und Esoteriker gerne unterstellen. Es ist Unfähigkeit – Unfähigkeit, die Seele positiv zu fassen und sie auf bestimmte Merkmale festzulegen.</p>
<p>Seriöse Wissenschaftler, denen ein Blick in das Geheimnis der Natur und des Lebens gewährt wurde, werden angesichts des gewaltigen Unnennbaren sehr bescheiden. So etwa der Quantenphysiker Niels Bohr, wenn er sagt:</p>
<blockquote><p><em>Es ist falsch anzunehmen, dass es Aufgabe der Physik sei, herauszufinden wie die Natur ist. Physik interessiert sich für das, was wir über die Natur sagen können.</em> <a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a></p></blockquote>
<p>Liegt darin eine Aufforderung, über das Sagbare hinauszugehen und sich vom Unsagbaren verzaubern zu lassen? Die Naturwissenschaft öffnet uns Fenster, durch die wir einen Blick auf die Natur werfen können. Hinsehen und deuten müssen wir selbst – dürfen wir selbst. Machen wir den Versuch:</p>
<h3>Ein Blick auf die Natur</h3>
<p>Grundlage der Quantenphysik ist eine schlichte Beobachtung: Jedes Objekt steht in Wechselwirkung mit seiner Umgebung. Wäre dies nicht so, niemand könnte von dem Objekt wissen. Darum sagt Carl Friedrich von Weizsäcker, dass es im Grunde nicht sinnvoll ist, von „isolierten“ Objekten zu sprechen.<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a> Aus quantenphysikalischer Sicht bilden miteinander wechselwirkende Objekte gewissermaßen ein Gesamtobjekt, dessen Teile sie sind. Ihre Wechselwirkung ist somit die innere Dynamik des Gesamtobjekts. Die wechselwirkenden Objekte sind dann gleichsam im Gesamtobjekt untergegangen.<a href="#_ftn3" name="_ftnref3">[3]</a></p>
<p>Was so kompliziert klingt, wird an einem einfachen Beispiel leicht verständlich: Wasser besteht aus einem Sauerstoff- und zwei Wasserstoffatomen (H2O), aber die Eigenschaften des Wassers lassen sich aus Sauerstoff und Wasserstoff gar nicht erklären.<a href="#_ftn4" name="_ftnref4">[4]</a> Was wir als „Wasser“ bezeichnen, ist das Ergebnis der miteinander wechselwirkenden Objekte Sauerstoff und Wasserstoff, anders ausgedrückt, die innere Dynamik des Objekts Wasser, die Wechselwirkung oder Zusammenarbeit seiner Teile. „Wasser“ ist somit etwas über seine materielle Grundlage (Sauerstoff und Wasserstoff) Hinausgehendes und zeigt darum völlig andere Eigenschaften. Durch das Zusammenwirken der beiden Wasserstoffatome mit dem Sauerstoffatom erhält die geistige „Idee“ des „Wassers“ ein substanzielles Erscheinungsbild. Im Wassermolekül offenbart sich mithin eine Dreieinheit:<br />
1. die geistige „Idee“ Wasser (im Sinne der platonischen Ideenlehre),<br />
2. die materielle Substanz mit den Wasserstoff- und Sauerstoffatomen und<br />
3. die lebendige innere Dynamik mit Kraft und Bewegung.</p>
<p>Die Wasserstoff- und Sauerstoffatome sind im Quantenobjekt Wasser „untergegangen“. Das heißt nicht, dass sie nicht mehr existierten; sie treten aktuell nur nicht als Sauerstoff oder Wasserstoff in Erscheinung. Sie „opfern“ ihr Sondersein, um eine, ihre atomare Seins-Wirklichkeit übersteigende, molekulare Existenz zu ermöglichen.</p>
<p>Entspricht dies nicht dem Zusammenwirken von Geist, Seele und Körper? Der Geist inspiriert die Seele, die mit der ihr eigenen Lebenskraft in der materiellen Substanz dem geistigen Impuls Ausdruck verleiht – hier als Eigenschaft des Wassers.</p>
<p>Dasselbe Prinzip gilt auch auf atomarer Ebene. Nehmen wir aus dem Wassermolekül das einfache Wasserstoffatom heraus, so sehen wir, wie sein Atomkern (hier ein einzelnes Proton) und das ihn umkreisende Elektron miteinander wechselwirken und dadurch dem Atom sein Ansehen und seine Eigenschaften geben. Das Proton seinerseits verdankt seine Existenz der Wechselwirkung von Quarks in seinem Inneren. Die „materielle“ Grundlage zieht sich somit immer weiter zurück, je tiefer wir schauen. Bildeten die Sauerstoff- und Wasserstoffatome die materielle Grundlage des Wassermoleküls, so wird die geistige Idee des Atoms durch das Zusammenwirken von Elektronen, Protonen und Neutronen verwirklicht, die die materielle Grundlage für das Atom bilden. Und in den Kernbausteinen zieht sich die materielle Basis auf die Quarks zurück. Diese Tatsache veranlasste den Physiker Max Planck in seiner Rede anlässlich der Verleihung des Nobelpreises zu der Aussage:</p>
<blockquote><p><em>Es gibt keine Materie an sich, alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zu dem winzigen Sonnensystem des Atoms zusammenhält. Da es im ganzen Weltall weder eine intelligente noch ewige abstrakte Kraft gibt, […] so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewussten, intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie. Nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche […], sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre!</em><a href="#_ftn5" name="_ftnref5">[5]</a></p></blockquote>
<p>Wenden wir unseren Blick vom Kleinen ins Große, so finden wir dort dasselbe Prinzip. Moleküle bilden Zellen, Zellen Organe und Organe Lebewesen. Darüber hinaus kennt die Biologie Ökosysteme, die sich durch Rückkopplung im Gleichgewicht halten, so wie die Natur schlechthin. Carl Friedrich von Weizsäcker formuliert allgemein im quantenphysikalischen Sinne:</p>
<blockquote><p><em>Das Objekt wäre nicht Objekt in der Welt, wenn es nicht durch Wechselwirkung mit ihr verbunden wäre. Dann aber ist es strenggenommen gar kein Objekt mehr. Wenn es etwas geben könnte, was in Strenge ein quantentheoretisches Objekt sein könnte, dann allenfalls die ganze Welt.</em><a href="#_ftn6" name="_ftnref6">[6]</a></p></blockquote>
<h3>Ein Blick auf das Seelische</h3>
<p>So zeigt uns die Natur ein wunderbares Bild der Einheit, in der alles an einem kosmischen Bauwerk mitarbeitet, von einem geistigen Band durchwoben und zusammengehalten. Und dieses Ganze ist nicht statisch, sondern in Entwicklung; es entwickelt Bewusstsein und strebt damit dem Urgrund entgegen, dem es einst entsprossen ist. Durch die Arbeit der Weltenseele wird sich der Geist seiner selbst in der Form bewusst. Eine zielgerichtete Entwicklung im Sinne einer Entfaltung, die in allen Dingen wirkt, durchwebt somit das ganze All. Aristoteles prägte dafür den Begriff der Entelechie,<a href="#_ftn7" name="_ftnref7">[7]</a> deren Ruf im ganzen Universum widerhallt:</p>
<blockquote><p><em>Werde, was du bist!</em></p></blockquote>
<p>Aus diesem Panorama der kosmischen Einheit folgt aber auch: Nichts und niemand ist für sich selbst da. Ein jedes lebt aus der Gnade des Umfeldes und ist diesem im Gegenzug zum Dienst verpflichtet. Diese „Dienstpflicht“ kann im eigenen Wesen schon mal Dissonanzen wecken. Und wenn wir die esoterische Einheitsträumerei einmal beiseitelegen und uns ehrlich machen, dann müssen wir doch zugeben: Unsere Wirklichkeit entspricht nicht der skizzierten Welteinheit! Trennungsvorstellungen prägen unser Weltverständnis. Und diese haben die wundervolle Einheit in ein komplexes Chaos verkehrt. Der amerikanische Physiker David Bohm hat das Dilemma einer solchen Denkweise treffend formuliert:</p>
<blockquote><p><em>Wie schon gesagt, können aber Menschen, die sich von solch einem fragmentierten Selbst-Weltbild leiten lassen, auf lange Sicht nicht umhin zu versuchen, durch ihr Handeln sich selbst und die Welt in Stücke zu brechen, wie es ihrer gewohnten Denkweise entspricht. Da die Fragmentierung in erster Linie einen Versuch darstellt, das analytische Zergliedern der Welt in getrennte Teile über den angemessenen Bereich hinaus fortzuführen, so bedeutet dies eigentlich den Versuch zu teilen, was in Wirklichkeit unteilbar ist. Der nächste Schritt wird dann darin bestehen, daß wir zu vereinigen versuchen, was sich in Wirklichkeit nicht vereinigen lässt. [&#8230;] Wahre Einheit im Einzelmenschen, zwischen Mensch und Natur, zwischen Mensch und Mensch kann sich nur durch eine Form des Handelns bilden, die nicht darauf aus ist, die Ganzheit der Realität zu zerstören. [&#8230;] Wie gesagt, wir versuchen zu teilen, was eins und unteilbar ist, und dies hat im nächsten Schritt zur Folge, dass wir versuchen, gleichzusetzen, was verschieden ist.</em></p>
<p><em>Die Fragmentierung ist also ihrem Wesen nach eine Verwirrung angesichts der Frage, was verschieden und was zusammengehörig (oder eins) ist, aber das klare Erfassen dieser Kategorien ist in jeder Lebensphase notwendig. Wer das, was verschieden ist und was nicht, durcheinanderbringt, bringt alles durcheinander. Daher ist es kein Zufall, wenn unsere fragmentierende Denkweise ein derart breites Spektrum von Krisen hervorbringt: soziale, politische, ökonomische, ökologische, psychologische usw., und dies sowohl im einzelnen wie in der Gesellschaft im Ganzen.</em> <a href="#_ftn8" name="_ftnref8">[8]</a></p></blockquote>
<p>Wenn gemeinhin diagnostiziert wird: „Ursache der weltweiten Krisen ist der Egoismus der Menschen“, dann ist das sicherlich vollkommen richtig. Nun lässt sich aber die Egozentrik nicht einfach durch ein projektiertes Gutmenschentum ersetzen. Diesbezüglich hat es an Versuchen sicher nicht gefehlt. Es gibt viele Menschen, die sich aufopferungsvoll in Organisationen engagieren, seien dies Familie, Firma, Staat oder Gesellschaft. Es ist wichtig, zu erkennen, dass wir als Egozentriker nicht notwendig böse, rücksichtslos oder unsozial sind. Wir können sogar ausgesprochen kultiviert und humanistisch sein. Allein wir sind es nach unseren Ideal-Vorstellungen. Andere Menschen haben andere Vorstellungen, und wenn nicht vom Ideal, so doch von der Art und Weise, wie dieses zu verwirklichen sei. Das also ist es, was uns zum steinharten Egoisten macht. Unsere auf dieser Basis gegründeten Organisationen zeigen natürlich den gleichen Charakter, und darum dürfen wir von führenden Stellen in Staat und Wirtschaft keine systemischen Lösungen erwarten.</p>
<p>Wir werden darum nicht umhinkommen, unsere Verwirrungen selbst aufzulösen. Die Natur hilft uns dabei, denn die falschen Vorstellungen des Sonderseins binden als unterbewusste Blockaden und Komplexe psychische Energie, wie der Psychologe C. G. Jung feststellt. Die durch unser Trennungsdenken auseinandergerissenen Teile streben von Natur aus zur Wiedervereinigung. Darum sind wir gezwungen, wenn wir unsere Suggestion der Trennung aufrechterhalten wollen, beständig Energie, psychische Energie aufzuwenden. Wir leben also in einer selbst erzeugten emotionalen Gegensatzspannung. Diese Spannung strebt zum Ausgleich – zur Aufhebung der Trennung. Es ist eine Naturkraft und darum mit verstandesmäßigen Überlegungen nur bedingt zu steuern.<a href="#_ftn9" name="_ftnref9">[9]</a> Jung bezeichnet den sich hier Bahn brechenden psychischen Prozess als Individuationsprozess (Werde, was du bist!). Denn am Ende dieses Prozesses erreicht das Bewusstsein schließlich, im Zustand vollkommener Gelöstheit, das wirkliche Seelenzentrum, das Jung als „Nicht-Ich-Zentrum“ charakterisiert.<a href="#_ftn10" name="_ftnref10">[10]</a> Dieses Nicht-Ich-Zentrum ist somit jener Punkt innerhalb der menschlichen Psyche, der mit der Einheit, der Einheit der Natur korrespondiert. Es ist sozusagen der Anknüpfungspunkt des Geistes, des Einen Geistes.</p>
<p>Diese Grundprinzipien sind der Seele durch diverse archetypische Bilder eingeprägt. So nehmen christliche Begrifflichkeiten wie das „Samenkorn Christi“ oder der „eingeborene Sohn“ Bezug auf den Archetypus der in den Leib eingeschlossenen Seele, der sich schon in Platons Phaidros findet.<a href="#_ftn11" name="_ftnref11">[11]</a> Nach eingehender Untersuchung der archetypischen Symbolik der Alchemie kommt C. G. Jung zu dem überraschenden Schluss, dass die damaligen Alchemisten tatsächlich beabsichtigten, einen verklärten Auferstehungsleib herzustellen, einen Körper, der zugleich Geist ist.<a href="#_ftn12" name="_ftnref12">[12]</a> Schon die Hermetik zu Beginn unserer Zeitrechnung sah in der Materie einen Geist verborgen, der auf Erlösung harrt. Es ist der „Geistfunke“ in uns, der an die Seele appelliert, sich ihm anzuvertrauen, auf dass er sie – wie die Raupe in der Puppe – umwandle zu einer auf die Ebene der Einheit abgestimmten Seele. Dies ist die Vereinigung von Körper, Seele und Geist, zu der der Mensch gerufen ist.</p>
<p>In diesem Sinne lehrte Hegel seine Studenten:</p>
<blockquote><p><em>Unsere Sache ist es, der Erlösung uns dadurch teilhaftig zu machen, dass wir von unserer unmittelbaren Subjektivität ablassen (den alten Adam ausziehen) und uns Gottes als unseres wahren und wesentlichen Selbst bewusst werden. <a href="#_ftn13" name="_ftnref13">[13]</a> <a href="#_ftn14" name="_ftnref14">[14]</a></em></p>
<p><em>Das wahrhafte Wesen der Liebe besteht darin, das Bewusstsein seiner selbst aufzugeben, sich in einem anderen Selbst zu vergessen, doch in diesem Vergehen und Vergessen sich erst selber zu haben und zu besitzen.</em> <a href="#_ftn15" name="_ftnref15">[15]</a></p>
<hr />
</blockquote>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a>                   Bohr, Niels zitiert nach Arendes, Lothar: Das Realismusproblem in der Quantenmechanik, S. 24</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a>                  Weizsäcker, Carl Friedrich von: Die Einheit der Natur, S. 164</p>
<p><a href="#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a>                   Ebd., S. 485</p>
<p><a href="#_ftnref4" name="_ftn4">[4]</a>                   nach B. Russell in: Vollmer, Gerhard: Evolutionäre Erkenntnistheorie, S. 82</p>
<p><a href="#_ftnref5" name="_ftn5">[5]</a>                   Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft, Abt. Va, Rep. 11 Planck, Nr. 1797.</p>
<p><a href="#_ftnref6" name="_ftn6">[6]</a>                Ebd., S. 486.</p>
<p><a href="#_ftnref7" name="_ftn7">[7]</a>                Aristoteles: Metaphysik, IX, 8</p>
<p><a href="#_ftnref8" name="_ftn8">[8]</a>                Bohm, David: Fragmentierung und Ganzheit. In: David Bohm: Die implizite Ordnung – Grundlagen eines dynamischen Holismus, S. 36/37.</p>
<p><a href="#_ftnref9" name="_ftn9">[9]</a>                Jung, Carl Gustav: Über die Psychologie des Unbewussten, Abs. 77 – 78.</p>
<p><a href="#_ftnref10" name="_ftn10">[10]</a>              Jung, Carl Gustav: Über Grundlagen der analytischen Psychologie – Die Tavistock Lectures 1935, Abs. 379.</p>
<p><a href="#_ftnref11" name="_ftn11">[11]</a>              Platon: Phaidros, Rn. 250.</p>
<p><a href="#_ftnref12" name="_ftn12">[12]</a>              Jung, Carl Gustav: Psychologie und Alchemie, Abs. 511.</p>
<p><a href="#_ftnref13" name="_ftn13">[13]</a>              Hegel: Kleine Logik in: Enzyklopädie Band 1 § 194, Zusatz 1</p>
<p><a href="#_ftnref14" name="_ftn14">[14]</a>              Vgl. 1.Kor. 15,45</p>
<p><a href="#_ftnref15" name="_ftn15">[15]</a>              Hegel: Vorlesungen über die Ästhetik, Teil II, Kap. III, I, 2a: Begriff des Absoluten als der Liebe</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gnostische Spuren in der Psychotherapie – Von der Spaltung zur Synthese</title>
		<link>https://logon.media/de/logon_article/gnostische-spuren-in-der-psychotherapie-von-der-spaltung-zur-synthese/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Heiko Haase]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Feb 2025 06:00:23 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Mensch findet keine endgültige Lösung für seine Konflikte, wenn er nicht seine Persönlichkeit überwindet und seine Verbundenheit mit der Welt erkennt und verwirklicht. Dafür ist er gut gerüstet, weil er in seinem Innern Gnosis besitzt und mit diesem inneren Führer seinen Weg im Äußeren finden kann (so der Psychotherapeut Sborowitz) Spirituelle Gedanken über die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der Mensch findet keine endgültige Lösung für seine Konflikte, wenn er nicht seine Persönlichkeit überwindet und seine Verbundenheit mit der Welt erkennt und verwirklicht.</em></p>
<p><span id="more-97531"></span></p>
<p>Dafür ist er gut gerüstet, weil er in seinem Innern Gnosis besitzt und mit diesem inneren Führer seinen Weg im Äußeren finden kann (so der Psychotherapeut Sborowitz)</p>
<p>Spirituelle Gedanken über die Wege der Seele und den Sinn des Lebens halten in unserer Zeit vermehrt Einzug in die psychotherapeutische Behandlung. Einer der Vorreiter hierfür war C.G. Jung (1875-1961) mit seiner <em>Analytischen Psychologie</em>. Er schreibt:</p>
<blockquote><p><em>Eines der glänzendsten Beispiele des Lebens und des Sinnes einer Persönlichkeit, das uns die Geschichte aufbewahrt hat, ist das Leben Christi.</em><a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a></p></blockquote>
<p>Auch auf philosophische Aussagen über die Seele des Menschen richtet sich das Augenmerk. So erklärte Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716):</p>
<blockquote><p><em>Die Einsicht aber derer schlechterdings notwendigen und ewigen Wahrheiten ist dasjenige, welches uns von denen bloßen Tieren unterscheidet und verursachet, dass wir die Vernunft und die Wissenschaften haben, indem sie uns zu der Erkenntnis Gottes und unserer selbst führet und erhebet. Und eben dieses ist es, welches man in uns </em>Vernünftige Seele oder Geist<em> nennet.<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a></em></p></blockquote>
<p>Nach vielen Jahren der Forschung in den Bereichen Wahrnehmung, Emotionen und Kommunikation kamen akademische Geisteswissenschaftler zu der erstaunlichen Entdeckung, dass der Erfolg in der therapeutischen Behandlung im Anderen, dem Zwischenmenschlichen, dem „Dritten im Bunde“ zu suchen und ihm zu verdanken ist.</p>
<p>Man spricht auch vom „Fünften Paradigma&#8220;, das mit dem Anfang des 21. Jahrhunderts der psychoanalytischen Psychotherapie eine neue Perspektive eröffnet. Doch wie weit ist noch der Weg und welche Transformationen stehen noch bevor, ehe man der <em>Vernünftigen Seele oder dem Geist </em>(Leibniz) gerecht werden kann?</p>
<p>Die psychotherapeutische Behandlung ist eine feste Form des ärztlichen Einsatzes in der modernen Gesellschaft geworden. Es wurden zahlreiche wissenschaftliche Studien bzgl. der Effektivität einer psychotherapeutischen Behandlung durchgeführt und ihre Ergebnisse sind in die Praxis eingeflossen. Die Behandlungskonzepte verschiedenster Richtungen bieten vielfältige Umgangsarten mit Störungsbildern der Psyche an und erreichen häufig gute Ergebnisse.</p>
<p>Die sozialen Verurteile des vergangenen Jahrhunderts bzgl. der Behandlung von psychisch erkrankten PatientInnen sind im Großen und Ganzen überwunden. Tausende und Abertausende Menschen lassen sich auf die psychotherapeutische Arbeit ein. Bei Ängsten, Depressionen, Psychosen und anderem zeigen sich Heilerfolge – doch bleibt das Ergebnis meist nicht lange bestehen. Worin liegt das Geheimnis einer zufriedenstellenden, heilsamen Psychotherapie?</p>
<p>Seit einigen Jahren gibt es vermehrt Forschungsbemühungen, um den Einfluss der Person des Psychotherapeuten auf den Prozess und das Ergebnis einer Psychotherapie zu ermitteln. Den durchgeführten kontrollierten Studien und Metaanalysen nach hängt ein wesentlicher Teil des Erfolges einer Behandlung von der Person des Psychotherapeuten ab.</p>
<p>Es ist zweifelsfrei, dass die interpersonellen Fähigkeiten eines Psychotherapeuten einflussreich sind, dass sie sich fördernd auf das „Arbeitsbündnis&#8220; auswirken. Erweist sich eine Psychotherapeutin / ein Psychotherapeut verbal und nonverbal als empathisch, authentisch, freundlich zugewandt und respektvoll, so wird dies vom Patienten positiv aufgenommen. Doch es zeigt sich ebenfalls, dass die Unterschiede in den interpersonellen Fähigkeiten nicht ausreichen, um Therapieerfolge erklären zu können; es bleibt offen, was am Ende entscheidend wirkt.<a href="#_ftn3" name="_ftnref3">[3]</a></p>
<p><strong>Metaskills in der prozessorientierten Psychotherapie</strong></p>
<p>Die Persönlichkeit und Haltung eines Psychotherapeuten sowie seine Weltanschauung und sein Wertesystem wirken sich auf den Prozess und das Ergebnis einer Psychotherapie aus. Was sollte nun aber das Menschenbild einer Psychotherapeutin / eines Psychotherapeuten beinhalten, um den Menschen als ein ganzes Wesen, als einen Träger der <em>Vernünftigen Seele oder Geist </em>zu erkennen und zu behandeln?</p>
<p>Zweifellos würde die Fähigkeit, die seelisch-geistige Dimension eines Menschen zu erkennen und in ihm also mehr als nur eine aus eigenständigem Denken, Fühlen und Wollen bestehende Persönlichkeit zu sehen, den therapeutischen Prozessen helfen.</p>
<p>Die US-amerikanischen Physiker und Lernanalytiker Amy und Arnold Mindell sind die Begründer der <em>Prozessorientierten Psychotherapie</em>; sie verstehen darunter eine Art geistiger Praxis und sprechen von <em>Metaskills</em>.<a href="#_ftn4" name="_ftnref4">[4]</a> Das ist ein neuer Begriff in der Psychotherapie, der auf die kaum wahrnehmbaren Aufnahmefähigkeiten eines Therapeuten hinweist. Die Autoren sehen in der Psychotherapie den Auftrag, dem Menschen zu helfen, seinen Lebensweg zu gehen und das zu verwirklichen, wozu er innerlich bereit ist. Dafür benötigen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten die geistigen <em>Metaskills</em> &#8211; die wesentlichen Attribute der prozessorientierten Psychotherapie.</p>
<p>Die in der Tiefe ruhenden geistigen Eigenschaften eines Therapeuten offenbaren sich während der Behandlung und bauen eine Brücke zur Seele des Patienten. Es ist ein Geschehen, das während der Anwendung einer der bekannten Techniken und Methoden stattfindet. Damit erheben sich tiefe Gefühle bis hin zu Metafähigkeiten, und Psychotherapie wird zur geistigen Praxis.</p>
<p>Die prozessorientierte Psychotherapie folgt dem natürlichen Prozess und konzentriert sich auf beabsichtigte und unbeabsichtigte Vorgänge, darauf, was sich ausdrückt und was versucht sich auszudrücken. Es geht nicht darum, wer oder was sich ausdrücken oder präsent sein <em>sollte</em> oder welche Rollen eingenommen werden <em>sollten</em>. Da die Arbeit auf einem phänomenologischen Ansatz basiert, sind Begriffe wie Erfahrungen, Bewusstheit, und Beobachtung von entscheidender Bedeutung.</p>
<p><strong>Zwei Persönlichkeiten &#8211; zwei Perspektiven</strong></p>
<blockquote><p><em>Vier Gottessöhne zogen aus. Doch nur einer kehrte zurück.<br />
</em><em>Vier Erlöser verschmolzen zu zweien, und diese zwei wurden zu dem Einen</em>.<a href="#_ftn5" name="_ftnref5">[5]</a></p></blockquote>
<p>Eine spirituelle Perspektive in Bezug auf den strukturellen Aufbau des Menschen führt zur Anerkennung und Erforschung der Gesetze der menschlichen Organisation unter Einschluss ihrer feinstofflichen (energetischen) Strukturen. Seit langem kennt man den vierfachen Aufbau der Persönlichkeit: bestehend aus physischem Körper, Ätherkörper, Astralkörper und mentaler Struktur.</p>
<p>Der Ätherkörper, auch Lebenskörper genannt, der den physischen Körper durchdringt und ihn um einige Zentimeter überragt, hält die Funktionen des physischen Körpers aufrecht und versorgt ihn mit Lebensenergie.</p>
<p>Der noch höher schwingende Astralkörper ist Träger der emotionalen Zustände und damit Antriebskraft und -feld zu entsprechenden Handlungen des Menschen. Es sind oft Störungen im Astralkörper, die dazu führen, einen Psychotherapeuten aufzusuchen. Dann stehen die emotionalen Verstimmungen im Zentrum einer psychotherapeutischen Behandlung.</p>
<p>Eine weitere feinstoffliche Struktur ist der „Mentalkörper&#8220;, der die Denkfähigkeit und Gehirnaktivität trägt. Korrekter wäre es, den Mentalkörper als mentale Fähigkeit zu bezeichnen, da er sich bei den meisten Menschen erst in der Entwicklung befindet. Die Gesamtheit der vier Körper bildet die sogenannte „niedere&#8220; Persönlichkeit.</p>
<p>Die andere, die „höhere“ Persönlichkeit, entspringt der gnostischen Überlieferung nach aus einer Monade und entwickelt sich nach radikal anderen, nach göttlichen Gesetzen. Sie besitzt auch „Körper&#8220;, die durch höhere Äther und Kräfte sowie durch sieben geistige Strahlen genährt und gefördert werden. Dieser „Zweite&#8220;, dieser „Andere&#8220; im menschlichen Gesamtsystem entfaltet sich auf einem ernsthaften geistig-seelischen Weg und vereint sich mit der ihm entgegenwachsenden „niederen&#8220; Persönlichkeit.</p>
<p>Eine Rolle spielen hierbei sieben Kraftzentren, die uns von der östlichen Weisheit überliefert sind, die sogenannten Chakren. Sie bilden den Übergang der Lebenskräfte und auch der atmosphärischen und kosmischen Kräfte in den Körper des Menschen. Zwei davon befinden sich im Kopf und die fünf anderen im übrigen Körper.</p>
<p>Alice A. Bailey beschreibt in ihrem Buch <em>Die Seele und ihr Mechanismus <a href="#_ftn6" name="_ftnref6"><strong>[6]</strong></a></em> die Verbindung zwischen diesen sieben Zentren mit dem Drüsensystem des Körpers.</p>
<p><strong>Heilung aus der Begegnung der Seele mit der Welt</strong></p>
<blockquote><p><em>Das Selbst des Menschen ist souverän in sich selbst als dieses je und je Einzige und steht in seiner personell bestimmten Würde zunächst nur Gott, seinem Schöpfer, gegenüber. Es ist auf Anrede von Ihm her und auf Gehorsam zu Ihm hin angelegt und ist selbst darin noch frei, diese Anrede zu verschließen und seinen Gehorsam zu verweigern &#8230;</em> <a href="#_ftn7" name="_ftnref7">[7]</a></p></blockquote>
<p>Die dualistisch-gnostische Weltanschauung von C.G. Jung ermöglichte es den Nachfolgern in der Seelenheilkunst, sich der Innenwelt der Seele auf neue Weise zuzuwenden.</p>
<p>Auch der Psychotherapeut Hans Trüb sah in ihr die Inspirationsquelle, die ihn zur Begründung seiner <em>Dialogischen Psychologie</em> führte: Ihr Ansatzpunkt scheint dem von C.G. Jung zu widersprechen. Trübs Forschungsthema sind der Einfluss der Außenwelt und dabei die Beziehungen zu anderen Menschen auf die Entwicklung und Entstehung der persönlich-seelischen Beschaffenheiten. Letztendlich rundete er hierdurch aber die Innenschau der jungianischen Psychologie ab.<a href="#_ftn8" name="_ftnref8">[8]</a></p>
<p>Die Perspektive „Heilung aus der Begegnung“ erwies sich als bedeutende Grundlage für eine humanistische Psychotherapie, aber auch für die psychoanalytischen intersubjektiven Ansätze. Trüb erkannte in C.G. Jungs Psychologie durch dessen Interpretation von alchemistischem Material die Nähe zur Gnosis, aber er sah die Heilung nicht allein in der Wendung zur Seele, wie er es bei Jung wahrzunehmen glaubte.</p>
<p>Nach Trübs dualistischer Weltanschauung, die den geistig suchenden Menschen an seine psychologischen Grenzen führt, befinden sich im menschlichen Individuum zwei substanziell verschiedene Systeme: ein nach innen (zur Seele hin) gerichtetes und ein zur Peripherie (zur Welt) gewandtes. Die psychologische Bedeutung der Rolle und Funktion des Selbst &#8211; „des verlorenen Sohnes“ &#8211; muss nach Trübs Anschauung auch aus ontologischer Sicht (der Lehre vom Sein) erfasst werden. Das Selbst kann nur dann eigenständig und einzigartig auftreten, wenn es zum Verantwortungsträger der Seele wird und diese sich dem Aufruf der Schöpfung (der Welt) stellt &#8211; mit dem entsprechenden Mut.</p>
<p>Obwohl die beiden Systeme (Seele und Welt) nicht völlig in Einklang miteinander zu bringen sind, sind sie auch nicht voneinander zu trennen. An dieser Zweiheit, die eine potenzielle Einheit ist, leidet der Mensch subjektiv, was sich in objektiven Symptomen manifestiert. Dies ist der spezifisch menschliche, innerseelische Konflikt, der zur funktionellen neurotischen Persönlichkeitsspaltung führen kann. Die schwierige Aufgabe einer Psychotherapeutin / eines Psychotherapeuten ist es nach Trüb, die „schuldlos verlorene, in Wahrheit schuldhaft verwirkte subjektive Einheit im Patienten wiederherstellen“.</p>
<p>Trübs dualistische Weltanschauung führte die Maxime des Hermes Trismegistus in die Psychologie ein: <em>Wie oben so unten, wie innen so außen</em>. Der Mensch, von der Seele gerufen, hat den Auftrag, in ihr „seine seelische Vergegenwärtigung der Welt“ zu entdecken und kann „erst dann den Zugang zur ihr finden&#8220;. Hieraus „schöpft [er] die Kraft zur Entscheidung und den Mut zur Umkehr“.<a href="#_ftn9" name="_ftnref9">[9]</a></p>
<p><strong>Zurück zum Ursprung: von der Spaltung zur Synthese</strong></p>
<blockquote><p><em>Die Synthese, die Jesus erreichte, war die neue religiöse Konzeption von der brüderlichen Menschengemeinschaft. <a href="#_ftn10" name="_ftnref10">[10]</a></em></p></blockquote>
<blockquote><p><em>Denn in der integralen, heilen Seele sind Bewußtsein und Unbewußtes, ohne daß ihnen da die Eigencharaktere fehlten, doch nicht wirklich geschieden voneinander, sondern gerade einander zugewandt — die Seelenganzheit manifestiert sich eben in diesem Aufeinanderbezogensein, sie ist so und nur so intakt. Wenn die Synthesis der Seele aber zerbricht, offenbart sich alsdann der Bruch. <a href="#_ftn11" name="_ftnref11">[11]</a></em></p></blockquote>
<p>Die Konzeption, die Jung als <em>transzendente Funktion</em> bezeichnete, war dem Psychotherapeuten Arie Sborowitz nach für Jesus „das Symbol, an dessen innerem Gehalt sich seine Seele zur neuen Einheit erlöste. Sie hob ihn aus seiner Krisis heraus und führte ihn seiner Aufgabe zu“.</p>
<p>Nach Sborowitz orientiert sich das Religiöse „an der zweiten Synthesis [die Synthese der menschlichen Seele mit ihrer Weltsituation – El.V.] in ihrer zweifachen Gestalt […], an deren Ausblenden sie leidet und krankt, mit deren Finden sie sich erfüllt“. Die zweite Synthesis „führt zugleich zur <em>religio</em>, zur Bindung nach innen und nach außen: Integration der Seele in sich und Integration des Verhältnisses von Seele und Welt erfüllen sich im aufeinander bezogenen bindenden Vollzug.“ Darin sieht Sbrowitz das religiöse Moment in seiner Totalität.<a href="#_ftn12" name="_ftnref12">[12]</a></p>
<p>Nach dieser Sicht findet ein Mensch keine endgültige Lösung für seine Konflikte, wenn er nicht seine Persönlichkeit überwindet und seine Verbundenheit mit der Welt erkennt und verwirklicht. Dafür ist der Mensch gut gerüstet, weil er in seinem Innern Gnosis besitzt und mit diesem inneren Führer seinen Weg im Äußeren finden kann.</p>
<p>In Bezug auf die Entwicklung der Psychologie und Psychotherapie führen Forschungsansätze wie die hier genannten eine persönlichkeitsübergreifende Perspektive ein. Psychologen, Psychotherapeuten und Psychoanalytikern der unterschiedlichsten Richtungen erleben ihre eigenen notwendigen Transformationen durch die Theorie und Praxis ihrer Wege und können auf dieser Basis nach einem „gemeinsamen Nenner“ suchen. Dies kann – bei aller Spaltung in der Wissenschaft &#8211; in eine fruchtbringende Zusammenarbeit münden, in gegenseitiger Anerkennung und Wertschätzung der vollbrachen Leistungen. Das gilt auch für die Unterschiede in den Menschenbildern. Die Menschen, die um psychotherapeutische Hilfe bitten, sind auf die unterschiedlichste Weise in ihren inneren und äußeren Welten verstrickt und darin oft verloren. Um ihnen helfen zu können, bedarf es der Kenntnisse von diesen Welten und auch der Einsichten, die in Philosophie, Quantenphysik und wahrer Geisteswissenschaft gewonnen wurden.</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> C.G. Jung, <em>Vom Werden der Persönlichkeit</em>, In: C. G. Jung, <em>Wirklichkeit der Seele</em>, Zürich, 1934</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Gottfried Leibniz, <em>Monadologie, </em>§ 28</p>
<p><a href="#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a> Sonnenmoser, Marion, <em>Einfluss des Psychotherapeuten auf den Therapieerfolg</em>, Deutsches Ärzteblatt PP 7/2014</p>
<p><a href="#_ftnref4" name="_ftn4">[4]</a> Mindel, Amy, <em>Metaskills: The Spiritual Art of Therapy</em>. New Falcon Publications, U.S., 1995</p>
<p><a href="#_ftnref5" name="_ftn5">[5]</a> Bailey, Alice A., <em>Esoterische Psychologie</em>, Zweiter Band, in: <em>Eine Abhandlung über die Sieben Strahlen</em>. Verlag Lucis, Genf 1990, S. 229</p>
<p><a href="#_ftnref6" name="_ftn6">[6]</a> Bailey, Alice A., <em>Die Seele und ihr Mechanismus: Das Problem der Psychologie</em>. Verlag Lucis, Genf 1976</p>
<p><a href="#_ftnref7" name="_ftn7">[7]</a> Trüb, Hans, <em>Heilung aus der Begegnung</em>. Verlag Andreas Kohlhage, Bergisch Gladbach, 2015</p>
<p><a href="#_ftnref8" name="_ftn8">[8]</a> Trüb, Hans, <em>Vom Selbst zur Welt: Der zweifache Auftrag des Psychotherapeuten</em>, in: <em>Psyche</em>, Dezember 1947, 1. Jahrgang, Heft 1, S. 41-67</p>
<p><a href="#_ftnref9" name="_ftn9">[9]</a> A.a.O., S. 63</p>
<p><a href="#_ftnref10" name="_ftn10">[10]</a> Sborowitz, Arie, <em>Das religiöse Moment in der Tiefenpsychologie</em>. In: <em>Psyche</em>, 1951, 5. Jahrgang, <a href="https://elibrary.klett-cotta.de/journal/ps/5/5">Heft 5</a>, S. 278-289</p>
<p><a href="#_ftnref11" name="_ftn11">[11]</a> Sborowitz, Arie, a.a.O.</p>
<p><a href="#_ftnref12" name="_ftn12">[12]</a> Sborowitz, Arie, a.a.O.</p>
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		<title>Der Katharismus, die Religion der Liebe &#8211; Teil I</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Diana]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Nov 2024 06:00:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Feuertaufe oder die Taufe des Lichts war das Hauptsakrament der Katharer und nach ihrer Auffassung die wahre Taufe Christi. Ab Mitte des 10. Jahrhunderts verbreitete sich eine religiöse Bewegung rasch in ganz Westeuropa, bis sie von der römischen Kirche ausgerottet wurde: der Katharismus. Der Ursprung dieser Bewegung wurde von der Geschichtsschreibung erörtert, ohne schlüssige [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Feuertaufe oder die Taufe des Lichts war das Hauptsakrament der Katharer und nach ihrer Auffassung die wahre Taufe Christi.</p>
<p><span id="more-113620"></span></p>
<p>Ab Mitte des 10. Jahrhunderts verbreitete sich eine religiöse Bewegung rasch in ganz Westeuropa, bis sie von der römischen Kirche ausgerottet wurde: der Katharismus.</p>
<p>Der Ursprung dieser Bewegung wurde von der Geschichtsschreibung erörtert, ohne schlüssige Ergebnisse, so dass die Debatte noch offen ist. Einige Autoren halten sie für eine Weiterentwicklung häretischer Formen aus dem Osten, andere sehen in ihr einen rein westlichen Erneuerungsimpuls, der von einem Teil des lateinischen Klerus ausging, der mit der gregorianischen Reformation unzufrieden war und mit dem Aufkommen des Bogomilismus im Osten zusammenhing.</p>
<p>Die Bewegung wurde mit verschiedenen Namen bezeichnet (Bulgaren, Zöllner, Patharinen, Weber, Bougres&#8230;). Der Begriff &#8222;Katharer&#8220; wurde zum ersten Mal um 1163 von dem rheinischen Mönch Eckbert von Schöu verwendet, der damit in seinen Reden eine häretische Sekte bezeichnete, die in den Städten Bonn und Köln entstand.</p>
<p>Bei der Analyse der Ursprünge des Katharertums sind eine Person und ein historisches Ereignis von Bedeutung: Nicetas, Bogomil-Bischof von Konstantinopel (in einigen Quellen wird er als &#8222;Papst Nicetas&#8220; bezeichnet), und das große Konzil der Katharer, das 1167 in Saint Felix de Caraman in Südfrankreich stattfand (es ist ein Dokument überliefert, das die Ereignisse dieses Konzils schildert: Der Brief von Niquinta, der 1660 von Gillaume Besse in seiner &#8222;Geschichte der Grafen, Markgrafen und Herzöge von Narbonne&#8220; veröffentlicht wurde, obwohl einige Autoren seine Echtheit anzweifeln). Nach seiner Ankunft in der Lombardei setzte Niketas seine absolute dualistische Vision durch und lehrte seine Anhänger das &#8222;Consolamentum&#8220;. Anschließend begibt er sich ins Languedoc, wo er in Anwesenheit von Vertretern der verschiedenen katharischen Kirchen dem Konzil des Heiligen Felix von Caraman vorsteht, sechs katharische Bischöfe bestätigt (Robert d&#8217;Espernon, französischer Bischof; Sicard Cellarier, Bischof von Albi; Marcos, Bischof der Lombardei; Bernard Raymond, Bischof von Toulouse; Gerald Mercier, Bischof von Carcassona; und Raymond de Casals, Bischof von Agen) und die Consolamenta erneuert.</p>
<p>Trotz des Vereinheitlichungsversuchs von Nicetas sollte man eher von &#8222;Katharismen&#8220; als von &#8222;Katharismus&#8220; sprechen, da er in seinem Ursprung mit Gruppen wie den Albigensern, den Bogomilen, den Paterins oder den Troubadouren jener Zeit verbunden ist. Andererseits waren zumindest die in Italien ansässigen Gemeinschaften in sechs Ortskirchen mit eigenem Bistum zersplittert, und es gab keine diözesane Organisation.</p>
<h3>Der katharische Dualismus</h3>
<p>Um die Religion der Katharer zu verstehen, muss man sich ihre gnostischen Wurzeln und ihren Dualismus vor Augen halten (sie verkündet die Existenz von zwei antagonistischen Prinzipien, die in der Welt wirken: das Gute und das Böse).</p>
<p>Zoroaster oder Zarathustra, der Eingeweihte, der den Mazdeismus im Iran im 6. und 7. Jahrhundert v. Chr. aufbaute und prägte, lehrte seine Schüler bereits die Existenz zweier Götter, zweier gegensätzlicher Kräfte, die sich im Universum gegenüberstehen: den Gott des Guten oder des Lichts, Ormuz, und den Gott des Bösen oder der Dunkelheit, Arriman.</p>
<p>Der Mazdeismus lehrte, dass der Mensch in einer ständigen Auseinandersetzung zwischen diesen beiden Kräften oder Prinzipien lebt und dass er je nach seinen eigenen Handlungen bestraft oder belohnt wird. Die Lehren Zarathustras hatten großen Einfluss auf spätere Religionen, insbesondere auf das Christentum und den Manichäismus.</p>
<p>Mani, der 216 in Persien geboren wurde, nahm die Fackel der Mysterien Zarathustras auf und verkündete ebenfalls, dass es zwei Prinzipien im Universum gibt: den Gott des Lichts und den Gott der Dunkelheit oder der Materie.</p>
<p>Die Überzeugungen des Manichäismus sind mit dem christlichen Gnostizismus der ersten Jahrhunderte und insbesondere mit der christlichen Gnosis des Paulus verbunden.</p>
<p>Die Religion der Katharer, die sich zu Beginn des 11. Jahrhunderts rasch in ganz Europa ausbreitete, unterschied klar zwischen dem Geist und seinen Werken und dem Körper, der eine materielle Schöpfung und somit das Werk Satans war.</p>
<p>Es mangelt nicht an historischen Quellen, die es erlauben, die philosophischen, lehrmäßigen und praktischen Aspekte zu erforschen, die diesen Antagonismus hervorgebracht haben. Abgesehen von den Dokumenten aus den Archiven der Inquisition und den Abhandlungen, die geschrieben wurden, um die Katharer zu diskreditieren, sind jedoch drei rein katharische Dokumente erhalten geblieben, die das Thema erhellen:</p>
<p>&#8211; Das Buch der zwei Prinzipien, ein lateinisches Manuskript aus den 1260er Jahren, das eine Zusammenfassung eines Werks des katharischen Arztes Johannes Lugius aus dem Jahr 1230 darstellt.</p>
<p>&#8211; Das okzitanische Ritual (oder Lyoner Ritual).</p>
<p>&#8211; Das lateinische Ritual.</p>
<p>Das lateinische Ritual (um 1250) ist von großer Bedeutung für die katharische Liturgie. Zu diesen drei wertvollen Dokumenten kommen noch zwei apokryphe Evangelien hinzu, die einen deutlichen Einfluss auf die lehrmäßigen Formulierungen der Katharer hatten:</p>
<p>&#8211; Das geheime Abendmahl oder das Verhör des Johannes, eine von den Bogomilen um 1190 überlieferte Schrift, die besonders bei den französischen und italienischen Katharern von Bedeutung war, und</p>
<p>&#8211; Die Himmelfahrt des Jesaja, ein alter bulgarischer Text, der von den Bogomilen verwendet wurde.</p>
<p>Das Buch der zwei Prinzipien vertritt einen schöpferischen Dualismus, der auf der Existenz von zwei gegensätzlichen Realitätsordnungen beruht: der geistigen, unsichtbaren und ewigen Realität und der sichtbaren, zeitlichen Welt, in der das Böse und die Zerstörung herrschen.</p>
<p>Die Katharer konnten sich nicht vorstellen, dass ein einziges, weises und gütiges Wesen beide Ordnungen des Daseins gleichzeitig erschaffen haben könnte, daher gingen sie von der Existenz zweier verschiedener und entgegengesetzter Schöpfer aus: Die erste Ordnung des Daseins wäre die Schöpfung des guten oder rechtmäßigen Gottes, während die materielle Welt als das Werk des bösen Gottes angesehen wurde.</p>
<p>Das Schöpferprinzip der Welt (der böse Gott) sei mit dem guten Gott gleichberechtigt, aber kein wahrer Gott. Er ist der Fürst dieser Welt, der Fürst der Finsternis, aber er hat nicht die absolute Existenz, die nur der wahre Gott besitzt.</p>
<p>Im Gegensatz zu diesem absoluten Dualismus vertraten andere Teile des Katharertums einen gemäßigten Dualismus, indem sie diese Welt als das Werk Satans oder Luzifers betrachteten, der bei seinem Fall, seiner Rebellion gegen seinen Schöpfer, die Seelen in das &#8222;Land des Vergessens&#8220;, die Welt der Materie, stürzte, in der die Seele das Wissen über ihren Ursprung und ihr Wesen verliert.</p>
<p>Aber Luzifer, der Fürst des Krieges und des Unheils, &#8222;hat die Welt nicht erschaffen, sondern verwandelt, ein grobes und irdisches Abbild der vollkommenen und himmlischen Welt&#8220;.</p>
<p>In beiden Fällen gibt es nach der Auffassung der Katharer keine andere Hölle als die dieser Welt. Der Mensch hat durch seine Seele Anteil am Reich des Geistes und durch seinen Körper an der Welt des bösen Gottes. Die Erlösung geschehe durch die Vereinigung der Seele mit dem Geist. Eine solche Vereinigung könne nur durch die von Christus eingesetzte und von den Aposteln ununterbrochen überlieferte Taufe erfolgen: die Feuertaufe, die Ausgießung des Heiligen Geistes durch diejenigen, die ihn besitzen, durch Handauflegung.</p>
<h3>Das &#8222;consolamentum&#8220; oder die Feuertaufe</h3>
<p>Die Feuertaufe oder die Taufe des Lichts war das Hauptsakrament der Katharer und nach ihrer Auffassung die wahre Taufe Christi.</p>
<p>Sowohl das okzitanische Ritual (oder Lyoner Ritual) als auch das lateinische Ritual beschreiben die Feuertaufe ausführlich unter dem Namen Consolamentum oder geistliche Taufe. Durch sie wird eine wahre mystische Vereinigung zwischen der im Körper gefangenen Seele und ihrem Geist erreicht.</p>
<p>Das Consolamentum wurde von den Novizen zum Zeitpunkt ihrer Weihe empfangen, nach einem dreijährigen Aufenthalt in einem Haus der Vollkommenen, während dessen sie in den Lehren und in der Praxis der strengen Lebensregeln vorbereitet wurden.</p>
<p>Im okzitanischen Ritual lesen wir:</p>
<blockquote><p>Wenn ihr diese Kraft und Stärke erhalten wollt, müsst ihr alle Gebote Christi und des Neuen Testaments nach euren Kräften halten. Und wisse, dass er geboten hat, dass ein Mensch weder Ehebruch noch Mord noch Lüge begehen soll, dass er nicht schwören soll, dass er weder stehlen noch rauben soll, dass er seinem Nächsten nicht tun soll, was er nicht will, dass es ihm getan wird, und dass ein Mensch denen vergeben soll, die ihm Unrecht getan haben, dass er seine Feinde lieben und für seine Verleumder und Ankläger beten und sie segnen soll, und wenn sein Waffenrock gestohlen wird, soll er auch den Mantel geben; dass er nicht richten oder verurteilen soll, und viele andere Gebote.</p></blockquote>
<p>Die Ordinationszeremonie fand in Anwesenheit anderer Vollkommener statt. Nach dem Austausch der rituellen Floskeln legte der Offiziant das Neue Testament auf das Haupt des Neophyten und legte seine rechte Hand auf ihn, um das Consolamentum oder die geistliche Taufe zu vollziehen. Doch bevor der Novize das Consolamentum empfangen konnte, musste er sich einer Periode der Arbeit und strengen Askese unterziehen, die als &#8222;endura&#8220; bekannt ist.</p>
<h3>Das &#8222;endura&#8220;.</h3>
<p>Die wahre Bedeutung der &#8222;endura&#8220; ist sicherlich missverstanden worden, indem man den Katharern vorwarf, Selbstmord zu begehen. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Das &#8222;endura&#8220; bedeutet zwar den Tod, aber nicht den Tod der Persönlichkeit, sondern die Vernichtung des Unreinen im Wesen, im Mikrokosmos, und die Heiligung des gesamten Systems. Die grundlegende Basis eines solchen Werkes bestand darin, sich von der Welt zurückzuziehen, um sich ganz Gott zu weihen, und den Körper durch eine streng vegetarische Ernährung zu reinigen.</p>
<p>Auch einfach Gläubige konnten im Falle einer schweren Krankheit das Consolamentum empfangen, was nicht bedeutete, dass ihnen automatisch die himmlischen Pforten geöffnet wurden, sondern dass ihnen vergeben werden konnte.</p>
<p>Nachdem die Novizen geweiht und zu Vollkommenen geworden waren, mussten sie zu zweit leben und umziehen, predigen und eines der Ämter ausüben, die sie während ihres Aufenthalts in der Gemeinschaft gelernt hatten.</p>
<p>Im nächsten Teil werden wir uns mit dem zweiten Aspekt des Katharertums befassen, den wir erwähnt haben: seine Beziehung zum römischen Christentum.</p>
<p>(Fortsetzung in <a href="https://logon.media/de/logon_article/catharism-the-religion-of-love-part-ii/">Teil 2</a>)</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Sinnstiftende Architektur – Spiegel der kosmischen Siebenheit</title>
		<link>https://logon.media/de/logon_article/sinnstiftende-architektur-spiegel-der-kosmischen-siebenheit/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Heiko Haase]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Aug 2024 07:00:14 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Besonders in religiösen Schriften, Mythen und Märchen taucht die Sieben häufig auf. Sie weist auf eine siebenfache göttlich-geistige Wirksamkeit hin. Und diese spiegelt sich hier auf der Erde auf vielfältige Weise. Auch in alten Siedlungsstrukturen in Europa. Warum interessiert uns die Siebenheit? Wir stoßen immer wieder auf die Betonung der Sieben. Besonders in religiösen Schriften, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Besonders in religiösen Schriften, Mythen und Märchen taucht die Sieben häufig auf. Sie weist auf eine siebenfache göttlich-geistige Wirksamkeit hin.</em></p>
<p><span id="more-105870"></span></p>
<p><em>Und diese spiegelt sich hier auf der Erde auf vielfältige Weise. Auch in alten Siedlungsstrukturen in Europa.</em></p>
<p>Warum interessiert uns die Siebenheit? Wir stoßen immer wieder auf die Betonung der Sieben. Besonders in religiösen Schriften, Mythen und Märchen taucht die Sieben häufig auf. Was steckt dahinter? Es muss doch eine inhaltliche Bedeutung für dieses Phänomen geben, welches uns aber nur selten verraten wird. Als ich den Artikel über <a href="https://logon.media/de/logon_article/sieben-strahlen-begleiten-die-menschheit/"><em>Die Sieben Strahlen</em></a> (Autoren: Helmut Mende, Gunter Friedrich) im Heft LOGON April 2023 las, fand ich ein Beispiel der tieferen Erklärung. Dieser Text berührte mich, da ich selbst mit zwei weiteren Gedankensystemen der Siebenheit lebe, die in ihrer Bedeutung mit der Siebenheit der Strahlen übereinstimmen. Und dann fand ich noch Zugang zu einen Text der Stiftung Rosenkreuz über die tiefere Bedeutung der Zahlen unter dem Titel <a href="https://logon.media/de/logon_article/zahlen-erzahlen-die-geschichte-des-lebens-teil-1/"><em>Zahlen erzählen die Geschichte des Lebens</em></a> (Autorin: Ursula Korb).</p>
<p>Meine weiteren Siebenersysteme sind einerseits Die sieben Ortsteiltypen und andererseits die Lehre der Sieben Chakren. Ich bearbeitete Anfang der 70er Jahre einen städtebaulichen Forschungsauftrag der Stadt München zur Untersuchung der 60 alten Dorfkerne im Stadtgebiet. Dabei fiel mir auf, dass einige Dorfkerne, die mich besonders ansprachen, aus sieben verschiedenen Ortsteiltypen bestanden. Dass diese Siebenheit etwas mit der seelischen Welt zu tun hat, erkannte ich zehn Jahre später als ich mit dem alten fernöstlichen Chakrensystem in Verbindung kam.</p>
<p>Das Prinzip der sieben Ortsteiltypen stammt aus dem Mittelalter, es bestimmt noch immer viele alte Orte und es wird auch heute noch gelegentlich verwendet. Angewendet wurde es aus dem Unterbewussten, denn die Handlungen, welche durch die Siebenheit gesteuert werden, entstehen in der Regel unbewusst. So tragen auch die meisten meiner Architekturprojekte den Stempel der Sieben. Das gilt auch für das Wohnprojekt, in dem ich mit meiner Familie lebe. Die Ortsteiltypen zeigen ein System, das ganz aus symbolisch zu deutenden Bildern besteht. Dadurch kommt es dem Bedürfnis der Seele entgegen, welche in Bildern denkt.</p>
<p>Nun kommt noch hinzu, dass meine Frau nach der oben genannten Chakrenlehre als Klangtherapeutin arbeitet. Die Chakrenlehre kann zur Therapie von psychischen und körperlichen Krankheiten eingesetzt werden. Die Chakren sind ätherisch-seelische Energiezentren im menschlichen Körper. Die Chakrenlehre stammt aus Indien und ist mehr als 4000 Jahre alt. Manche Psychologen meinen, dass 90 Prozent des menschlichen Handelns aus dem Unterbewussten beeinflusst wird. Und so müssen wir uns nicht wundern, dass die kosmische Siebenheit sich in verschiedenen Phänomenen des menschlichen Lebens spiegelt.</p>
<h3>Die Eins</h3>
<p>Bei der oben genannten städtebaulichen Untersuchung fiel mir auf, dass alte Dorfkerne gern in der Nähe von Bereichen errichtet wurden, die von Menschen schwer betreten werden konnten, weil sie Inseln, Steilhänge oder moorige Böden darstellten. München liegt an der Isar, die ursprünglich dort ein Wildfluss war. Man sagt, am Anfang waren die Wege, und München wurde gegründet mit dem Bau einer Brücke über den unwegsamen Fluss. Von der Brücke aus führt der Wirtschaftshauptweg nach Westen durch die Stadt.</p>
<p>Der erste städtebauliche Bereich ist also der wenig berührte Ursprung und das Herkommen auf dem Weg oder der Linie. Die Linie ist die erste geometrische Dimension. Man sehe sich auch die Ziffer Eins an, sie besteht aus der Linie. Diese ausgeprägte Form der Linie hilft bei der Analyse der kulturellen Dokumente der Geschichte. Denn hier gab es Bewusstseinsphasen, in denen die Kunstwerke in Linien aufgelöst wurden. Auch bei der Architektur spielte dann die Linie eine Rolle. Die Musik war einstimmig und in einer Linie. Das muss man in das Bild „Ursprung und Weg“ mit hineindenken.</p>
<p>Zur Eins gehört das Ich. Die erste Phase entspricht der Zeit der Kindheit. Ich will der Erste sein. Ich will beachtet werden. Ein gewisses Machtdenken ist dabei. Und ein allererstes Bemühen um die Aufgabe, die den Menschen sein Leben lang begleitet: Erkenne dich selbst. Nun kommt noch eine Besonderheit zur Eins. Sie hat eine Beziehung zur Sieben. Das heißt, das relativ Elementare der Eins kommt durch das Seelisch-Geistige der Sieben in ein Gleichgewicht. Bei der Eins steht das Urvertrauen, bei der Sieben das Vertrauen zur höheren Welt. Mit dieser Beschreibung habe ich eigentlich auch schon die Bedeutung des ersten Chakras behandelt.</p>
<p>Das erste Chakra ist das Wurzelchakra. Es befindet sich am Beckenboden und hat über die Beine die Bodenhaftung. Zum Wurzelchakra gehören der Lebenswille, die Gelassenheit, Bedürfnis nach Sicherheit, Realitätssinn und Bodenständigkeit – die Verbindung mit den Kräften der Erde. Da die Chakrenlehre auch ein Therapiesystem darstellt, spielen die Fehlhaltungen eine Rolle. Man kann sagen, das Fehlen der positiven Eigenschaften bzw. deren Übertreiben oder ein ihnen entgegengesetztes Verhalten führen zu einer Schädigung der Lebensqualität.</p>
<h3>Die Zwei</h3>
<p>Der zweite Ortsteiltyp ist etwas, was man als Landschaftspark bezeichnen kann. Es taucht bei den alten Ortschaften mit Flächen auf, die nicht landwirtschaftlich genutzt werden. Vielleicht werden solche Flächen gelegentlich überschwemmt. Es sind oft Randflächen am Wasser, am Weg- und Waldrand oder am Ortsrand, welche aber meist einen hohen ökologischen Wert haben. Die Flächen werden gesellschaftlich für Rituale oder Volksfeste genutzt. Natürlich bewegen sich hier die Menschen auch rein privat. In den Städten zählen die grünen Parkanlagen zu diesem Typ.</p>
<p>Die Zwei hat mit der zweiten geometrischen Dimension, der Fläche, zu tun. In Zeiten, in denen die Zwei eine große Bedeutung hat, gehen die Kunstwerke von der Linie in die Flächen über. Auch die Musik wird breiter, mehrstimmiger, ruhiger. In der Literatur gibt es Mythen und die Beschäftigung mit der Liebe. Die Fläche ist Länge mal Breite, es geht um Beziehungen. Die Ziffer Zwei wurde früher wie Z geschrieben, welches die zwei Pole zeigt.</p>
<p>Das zeigt auch das zweite Chakra, welches Sakral- bzw. Sexualchakra heißt. Hierher gehört die Jugend. In dieser Phase entsteht ein Engagement für spirituelle Werte und Lebensziele, auch herrschen Lebensfreude und Kreativität. Es wächst das Interesse am anderen Geschlecht. Die Zwei ist das Du, die Beziehung zu allem. Es ist die Beziehung von Mann und Frau, aber auch die Beziehung zur Natur, zur gebauten Umwelt, zur Kultur und zu den höheren Prinzipien. Ähnlich wie bei der Eins gibt es eine Beziehung zu einem höheren Chakra, zum 6. Chakra, dem sogenannten „dritten Auge“.</p>
<h3>Die Drei</h3>
<p>Der dritte Ortsteiltyp besteht aus den landwirtschaftlichen und gärtnerischen Bereichen. Hier geht es um konkrete Erträge, welche wir für die Ernährung benötigen. Alle Erträge sind dreidimensional und durch die Verbindung der Drei mider Fünf, welche von den Gebäuden handelt, wird die dreidimensionale Form erneut bestätigt. Bei dem dritten Lebenszustand des Menschen, dem Erwachsensein, geht es um die Schaffung konkreter Werte zum Erhalt des Lebens der Familie mit den Kindern.</p>
<p>Das Dreidimensionale zeigt sich in geschichtlichen Zeiten, die das Konkrete, das Handfeste in der Kultur suchen, bei allen Kulturmedien. In der Kunst entstehen die schönen und perfekten Skulpturen, und die Malerei wird sehr plastisch und perspektivisch. Die Musik wird figürlicher und expressiver. Die Literatur entfaltet sich weiter in Texte für das Theater und die Oper. In der Philosophie spielt hier die Kraft und Individualität eine Rolle. Die Gestalt der Ziffer Drei zeigt die runde Plastizität.</p>
<p>Damit sind wir beim dritten Chakra, dem Solarplexus (Sonnengeflecht). Es befindet sich in der Bauchgegend. Man kann hier von Entscheidungsfähigkeit, Unabhängigkeit und Selbstermächtigung reden. Es gehört auch die Freude an der Arbeit und am Erfolg dazu. Die Drei ist geprägt von der Eigenschaft Stärke oder im negativen Fall von der Schwäche.</p>
<h3>Die Vier</h3>
<p>Der vierte Ortsteiltyp ist der Mittelplatz einer Bauanlage. Dazu gehören auch die Wege und weiteren Plätze. Das ist der Ort, der alles verbindet. Ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entsteht nur, wenn die Platzwände geschlossen sind. Darin liegt auch der große Unterschied zur heutigen Art der Bebauung; sie besteht fast durchgängig aus frei stehenden Gebäuden, so dass eine Platzwirkung nicht entstehen kann. Die Beziehungen zeigen aber das Gemeinschaftliche, das Nachbarschaftliche und die Liebe der Menschen untereinander. Man möchte hier auch an Frieden und Heilung denken. Es gibt normalerweise keine vierte Dimension. Wir können aber davon reden, dass die drei Dimensionen miteinander verbunden werden. Man kann das als eine Art der ganzheitlichen Verwirklichung auf der biologischen Ebene ansehen.</p>
<p>Bei den Phasen des individuellen Lebens kommen wir zum alten Menschen, von dem man hofft, dass er durch besondere Weisheit gekennzeichnet ist. Das Alter verweist auf ein Ende. Aber in der Vier steckt auch ein Hinweis auf einen Neubeginn. In der Form der Ziffer Vier steckt das Kreuz. Die waagerechte Achse ist die weltliche und die senkrechte Achse die kosmische. In der mittelalterlichen Stadt gibt es meistens die zwei Achsen. Die „waagerechte“ Achse von Ost nach West ist die Wirtschaftsachse. An der „senkrechten“ Achse von Süd nach Nord liegen soziale, spirituelle und hoheitliche Einrichtungen.</p>
<p>Bei den Chakren sind wir beim Herz. Es ist das zentrale Organ, das alles verbindet und mit Energie versorgt. Die Eigenschaften, welche beim Ortsmittelpunkt beschrieben wurden, passen auch zu den Chakren. Es geht hier um Herzenswärme und Harmonie.</p>
<h3>Die Fünf</h3>
<p>Mit der Fünf werden die eigentlichen Gebäude benannt, sie verkörpert die vier Himmelsrichtungen und die Dimension der Höhe. Es geht um wirtschaftliches, nachhaltiges, wohngesundes Bauen und um harmonische, dem Menschen angemessene Formen. Dabei macht jede Gestalt auch eine tiefenpsychologische Aussage. Diese zu erkennen, ist eine wesentliche Aufgabe der Fünfheit. Wer sich um solche Bedeutungen kümmert, kann für sich eine geeignete Lebensumwelt planen. Im Mittelalter berührten sich die Häuser, was die Nähe der Menschen zueinander ausdrückte. Erst in der Neuzeit kamen wir zum freistehenden Haus, was den Individualismus anzeigt. Wir haben also nochmals die dritte Dimension. Bei den Chakren sind wir beim Halsschakra. Es geht um das Lernen, die Umsetzung von Ideen und um gute, offene Kommunikation.</p>
<h3>Die Sechs</h3>
<p>Als Sechs habe ich den Innengarten. Es handelt sich ähnlich wie bei der Zwei um eine Fläche. Allerdings ist diese Fläche nicht so offen wie bei der Zwei, sondern einsichtsgeschützt, also eine Innenfläche. Und wir haben es mit Innerlichkeit, mit Intuition zu tun. Solche Innengärten gab es im Mittelalter bei den Stadt- und Dorfhäusern. Bei den Kirchen und Klöstern ist es der Kreuzgang. Solche Innengärten finden sich in der mystischen, demokratischen Phase der Antike. Diese Form erhielt sich dann vermutlich häufig bis in die Römerzeit. In einer Gemeinschaftssiedlung ist solch ein einsichtsgeschützter Innengarten wichtig. Echte Gemeinschaftlichkeit ist auch anstrengend. Zur Stärkung der Individualität des Einzelnen war im Mittelalter und ist bei meinen Siedlungen an jeder Hauptwohnung ein solcher Innengarten.</p>
<p>Bei den Chakren sind wir beim „dritten Auge“. Das ist das eigentliche Zeichen der Spiritualität. Die seelische Nähe zum Mitmenschen, die Empathie und die Toleranz werden hier genährt. Es geht auch um Weisheit, Erkenntnis und Bewusstsein. Das 6. Chakra hat Nähe zum 2. und 4. Chakra. Das sieht man auch an den Ziffern, denn die 6 ist 3 x 2 und die 4 ist 2 x 2.</p>
<h3>Die Sieben</h3>
<p>Bei den Ortsteiltypen ist die Sieben ein Zeichen der Lebenseinstellung. Bisher prägend waren Kirchtürme, Minarette oder Pagoden. Heute sind es Hochhäuser, welche als Symbole materialistischer Werte die Gesinnung der Bevölkerung deutlich machen. Mit dieser Form wird wieder die erste Dimension, die Linie, gezeigt: Im Gegensatz zur Eins nicht als einzuschlagender Weg im „Unten“, sondern als nach oben weisendes Zeichen der Vollendung. Bei den Chakren – dem Kronenchakra – geht es um das Aufgehobensein und die Verbindung zum Himmel.</p>
<h3>Schlussbemerkung</h3>
<p>Die meist unbewusste Umsetzung der Siebenheit in der Siedlungsstruktur zeigt, dass hier Einflüsse aus höheren Ebenen wirksam waren. Ein tieferer Sinn des Lebens brachte sich zum Ausdruck. Er bereichert das Leben und bereitet eine bewusste Verbindung der irdischen Welt zur kosmischen Wirklichkeit vor.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>Theodor Henzler, Geschichte des Bewusstseins und der Kultur. Basis einer neuen Gesellschaft, 2017</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>„Hab‘ Sonne im Herzen …“ – Herzkrankheiten und ihre Bedeutung</title>
		<link>https://logon.media/de/logon_article/hab-sonne-im-herzen-herzkrankheiten-und-ihre-bedeutung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Heiko Haase]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Feb 2024 09:15:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vielfach haben Herzstörungen psychische Ursachen. In seinen Reaktionen zeigt das Herz eine eigene Intelligenz. Es ist das „Gefäß“ unserer Gefühle &#8211; und es ist dazu geadelt, zum Tempel unserer unsterblichen Seele zu werden, zurBegegnungsstätte mit dem ewigen Geist. Schon Paracelsus erkannte in seinem „senkrechten Weltbild“ hermetischen Denkens: „So wie die Sonne auf die Erde wirkt, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Vielfach haben Herzstörungen psychische Ursachen. In seinen Reaktionen zeigt das Herz eine eigene Intelligenz. Es ist das „Gefäß“ unserer Gefühle &#8211; und es ist dazu geadelt, zum Tempel unserer unsterblichen Seele zu werden, zurBegegnungsstätte mit dem ewigen Geist.</em></p>
<p><span id="more-102186"></span><br />
<iframe style="border-radius: 12px;" src="https://open.spotify.com/embed/episode/4CtMJf2FFAFmMv8EK04vWH?utm_source=generator" width="100%" height="352" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><br />
Schon Paracelsus erkannte in seinem „senkrechten Weltbild“ hermetischen Denkens: „So wie die Sonne auf die Erde wirkt, so wirkt das Herz auf den Leib.“</p>
<p>So wie der Mensch selbst, so ist auch sein Herz mehrdimensional.</p>
<p>Das Herz ist das Zentrum unseres mikrokosmischen Wesens. Es ist der physische Lebensmotor unseres Organismus, zugleich ist es das Gefäß unserer Gefühle und ist geadelt, zum Tempel unserer unsterblichen Seele zu werden, der Begegnungsstätte mit dem ewigen Geist.</p>
<p>Unter der Maske der Persönlichkeit verbirgt sich unser wahres Wesen, das wir am besten erfahren, wenn wir ganz tief in unser eigenes Herz einkehren. Dort spüren wir, wer wir wirklich sind.</p>
<p>Das Herz hat seine Vernunft, die der Verstand nicht kennt. Um wirkliches Wissen zu erlangen, brauchen wir nicht den Umweg über den Kopf und unseren Verstand zu gehen. Das wahre Wissen schlummert im göttlichen Funken unseres Herzens. Durch Versenkung in die Stille unseres Herzens werden wir zum „Denker, der nicht denkt“.</p>
<p>Das bewusste Leben aus dem eigenen Herzzentrum erzeugt Licht und Wärme in unserem Körper, so wie die Sonne Licht und Wärme spendet.</p>
<h4>Herzenslogik</h4>
<p>Betrachten wir die Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaft, die weit über die jahrhundertelangen mechanistischen Vorstellungen über unser Herz als „Saugpumpe“ hinausgehen und wunderbare Einsichten über die Vielschichtigkeit unseres Herzorgans vermitteln.</p>
<p>Es wurde auf der organischen Ebene das Substrat für die „Herzintelligenz“ in Form von 40 000 Neuronen (Nervenzellen) gefunden, die auf verschiedenen Ebenen mit dem Gehirn vernetzt sind und lebenswichtige Informationen austauschen. Es ist das neuronale System des Herzens, das entscheidet, ob und wie die höheren Gehirnbereiche kognitive und emotionale Informationen verarbeiten und vor allem, was im Gedächtnis“ der  diversen Hirnbereicheaufgezeichnet werden soll. Hier sehen wir, dass unser Herz „mit denkt“ und interessanterweise oft auch ohne Wissen des Gehirns und in jedem Falle schneller als dieses.</p>
<p>Bei diesen Forschungen über die „Herzintelligenz“ konnte auch die interessante Feststellung gemacht werden, dass Gefühle von Freude, Liebe und Dankbarkeit eine messbare entspannte Angleichung der Herz und Atemrhythmik bewirken, während Ängste, Stress und Ängste diese Balance stören.</p>
<p>Gleichklang oder Missklang in diesen psychovegetativen Rhythmen, also Synchronisation oder Chaos spielen eine bisher oft zu wenig beachtete Rolle für unsere Gesundheit und vor allem für unseren physiologischen Alterungsprozess.</p>
<p>Das Resonanzverhalten unserer spindelförmigen Muskelzellen, die sich am gesunden Herzen unter der Impulsgebung des Sinusknotens alle gleichzeitig kontrahieren, ist ein Musterbeispiel für ökonomische und gesundheitsfördernde Kooperation. Bildhaft erinnert dieses Verhalten an die großartige Synchronizität eines Schwarmverhaltens.</p>
<p>Bis in die Funktion seiner einzelnen Zellen zeigt uns das Herz Liebesverhalten, denn eine Zelle ist für die andere da und synchronisiert ihren innewohnenden Rhythmus mit dem aller anderen Zellen unter dem Impuls des Sinusknotens, dem Taktgeber der Reizbildung im Herzen.</p>
<p>Unser Herz zeigt uns augenscheinlich, dass Kooperation im Hinblick auf ein gemeinsames Ziel ein unentbehrlicher Vorteil für jegliche Lebensform und vor allem für die Evolution des Lebendigen ist.</p>
<p>Dieses immanente Wissen wird bis in die einzelne Zelle des Herzens offenbar, denn wenn man zwei Kulturen von unterschiedlich schlagenden Herzen einander annähert, springen sie plötzlich in eine Synchronisation über, ohne dass sie sich berühren. Zeugnis eines Resonanzverhaltens in einem beide umgebenden elektromagnetischen Feld.</p>
<h4>Zeitlose Botschaften aus kosmischen Speichern</h4>
<p>Das Herz ist gleichsam ein Barometer für unsere Gefühle, wie wir sprichwörtlich und aus Märchen wahrnehmen können:</p>
<p>„Vor Schreck bleibt unser Herz stehen“, bei Aufregung beginnt es zu „flattern“, bei Angst „rutscht es in die Hose“.</p>
<p>Unsichere Herzen sind „wankelmütig.“ Uneinsichtigkeit lässt das Herz „verstocken“. Unerträgliche Lebenssituationen lassen das Herz „bluten“ und Hinterhältigkeit machen das Herz zu einer „Mördergrube“.</p>
<p>Lange „gekränkte“ Herzen wie auch „gebrochene“ Herzen führen oft zu physisch schwerwiegendem Kranksein.</p>
<p>Wenn ich mutig werden will wie Richard „Löwenherz“, dann muss ich mein „Herz in beide Hände nehmen“. Es gibt eine innere Verbindung von Sonne, Löwe, Gold und Großherzigkeit.Was mir „zu Herzen geht,“ das ist mir nahe. „Ein Herz und eine Seele sein,“ bedeutet, in völligem Gleichklang zu leben.</p>
<p>Das Herz ist das organische Symbol der Liebe, der innewohnenden Sehnsucht, die Zweiheit in die Einheit zu erhöhen.</p>
<p>So ist die Liebe die Leiter, worauf das Herz zum Himmel steigt, wie dasSprichwort sagt.</p>
<p>Was uns „zu Herzen geht“, trifft uns zentral, deshalb sind Herzenswünsche unser tiefstes Anliegen.</p>
<p>Erwartet man von uns Aufrichtigkeit, dann heißt es: „Hand aufs Herz!“.</p>
<p>Wie wunderbar trefflich nehmen wir das befreiende Geheimnis, das in unserem Herzen verborgen liegt, in den allegorischen Märchenworten aus dem Kleinen Prinzen wahr: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“</p>
<h4>Seelische Not des kranken Herzens</h4>
<p>In der Heilkunst wird die Vernetzung zwischen unserer Seelenverfassung und dem Herzorgan deutlich. Dort zeigt es sich, dass Herzprobleme zugleich immer „Herzensprobleme“ sind.</p>
<p>Schauen wir uns die psychosomatischen Hintergründe einiger der häufigsten Herzstörungen an, wo diese Zusammenhänge deutlich werden. Dabei erkennen wir auch, wieso sie in unserer heutigen Zeit eine so große Rolle spielen.</p>
<p>Die Herzenge ( Angina pectoris) ist das auf die Körperebene verschobene seelische Problem der Engherzigkeit, die es zu erlösen gilt. Die Beklemmung zeigt die Klemme, in der der Betroffene steckt, die ihm aber nicht bewusst ist. Das sich zusammenkrampfende Herz veranschaulicht den Krampf und Kampf um die Herzensangelegenheiten, in die der Mensch verstrickt ist, ohne sie sich einzugestehen. Die körperliche Not bremst ihn aus, um seine Aufmerksamkeit auf sein Herzensproblem, auf seine Engherzigkeit zu lenken.</p>
<p>Das Herz ruft nach Weitung, es möchte aus seiner Starre herausbrechen, die der Betroffene über Jahre dadurch entstehen ließ, dass er seine Emotionen eisern verschlossen hielt.</p>
<p>Dazu muss er die Sackgasse, in die sein bisheriges verschlossenes Herz ihn geführt hat, erkennen, um eine Wandlung und Öffnung zu ermöglichen. Da er mit seiner existenzbedrohenden Situation buchstäblich an der Wand steht, bedeutet das eine  weitere Lernaufgabe. Dazu gehört die ungeschminkte Wahrnehmung der Botschaft, die diese Symptomatik enthält, damit sich die Bereitschaft zur inneren Wandlung entwickeln kann.</p>
<p>So wie das Herz den Angina Pectoris-Kranken zwingt, alle äußeren Aktivitäten augenblicklich stehen und liegen zu lassen und sich auf das Überleben zu konzentrieren, so bedeutet das für seine innere Wesenheit, sich auf die Mitte und das Wesentliche seines Lebens zu besinnen.</p>
<p>Der Schlüssel zur Selbsthilfe liegt im Rückzug in das Herzkämmerlein, um in der inneren Stille wieder mit der bedürftigen Seele in Berührung zu kommen, wodurch die Achtsamkeit erwacht und wir zu einem Wesen  mit einem offenen, zugewandten Herzen werden. Das Herz wird dann auch „ganz Ohr“, um die Stimme der Stille, den „tonlosen Ton“ unserer Seelenintuition zu hören, die uns den Weg weisen will, der uns wieder mit unserer Sinnhaftigkeit und unserem Lebensauftrag verbindet.</p>
<p>Die oft finale Sackgasse der Angina Pectoris ist der Herzinfarkt, der in einem Fünftel der Fälle tödlich endet.</p>
<p>Überlebt der Betroffene ihn, dann ist ein Teil seines Herzens, seiner Mitte, tot, er trägt eine Narbe. Das bedeutet ein tiefes seelisches Trauma, durch das aber zugleich eine große Chance zur bewussten Lebensänderung geschenkt wird,die uns an die Pforte unseres spirituellen Erwachens führen kann, weil wir in einer existenziellen Bedrohung sind, die unser eigensinniges Ego in die Kapitulation zwingt. Der Herzinfarktkandidat steht gemeinsam mit seinem Herzen unter dem Druck einer vermeintlich feindlichen Umwelt und hohen Konkurrenz. Um des Erfolges willen hat er sich in das Mühlrad der ewigen Überforderung und einesüberdisziplinierten Leistungsstresses eingelassen.</p>
<p>Seltsam, wie sich die Menschen und ihr Herz für die Leistung und den Erfolg, für Anerkennung und Geld buchstäblich zerreißen lassen.</p>
<p>Am Ende dieser aufrüttelnden Erfahrung kann das Bewusstsein geboren werden, dass die unablässige Suche nach Anerkennung und die daraus erwachsene Sucht, sich diese durch Leistung zu verdienen, auf der seelischen Ebene nichts anderes meint als eine tiefe Sehnsucht, zu lieben und geliebt zu werden.</p>
<p>Herzrhythmusstörungen sind in unserer modernen hektischen Zeit ebenfalls eine häufige Gesundheitsstörung. Sie sind die Signatur dafür, dass der Betroffene nicht mehr in der Präsenz der Gegenwart lebt, sondern immer der Zeit vorauseilt. Er treibt sich in einer forcierten Lebensführung selbst an, die keinerlei Ruhepausen und Rückbesinnungsmomente zulässt. So verliert der Mensch und mit ihm sein Herz die Taktung.</p>
<p>Die Ausgeglichenheit zwischen Leistung und Erholung, zwischen Anspannung und Regeneration ist dem permanenten hyperaktiven Lebensstil gewichen. Hier muss das Herz einen rhythmischen Tumult auslösen, um den Betroffenen wieder in seine normale Lebensrhythmik zurückzurufen. Das Lebenskonzept ist aus den Fugen geraten, der Mensch hat sich verzettelt, was durch den gestörten Rhythmus des Herzens fühlbar zum Ausdruck kommt.</p>
<p>Die heilbringende Chance liegt darin, sich wieder auf die lebendige Gegenwart zu besinnen, also im ruhig fließenden Gleichmaß von Hier und Jetzt zu leben. Dies bringt die nötige innere Ruhe, in der die Stimme unseres ewigen Selbstes wieder vernommen werden kann. Auf diese Weise kommen wir der Ursache solcher Störungen, die sich natürlich am Rhythmusgeber unseres Lebens, dem Herzen, manifestieren müssen, näher, und die nötigen Heilmittel zur Rhythmusstabilisierung können sich dann hilfreich auswirken.</p>
<p>Herzstörungen gehen immer mit Angst einher und das lässt die  Menschen oftmals zu Kapazitäten-„killern“ in der Kardiologie werden, da das aus der Angst geborene Misstrauen jegliche Kompetenz untergräbt. Normale Untersuchungsbefunde bringen dadurch nur kurzfristig Beruhigung für das angstneurotische Ego, das sich in seiner Existenz bedroht fühlt. Es ist schwer, sich aus dieser Klammer zu befreien, aber es ist eine wunderbare Chance, zu erkennen, wer oder was in uns Angst hat und sich dann in eine freiwillige Hingabe einzulassen, um sich der sicheren Führung unserer unsterblichen Seele zu überlassen in der Gewissheit, dass in ihr Frieden, Weisheit und Liebe wohnen.</p>
<p>Auch die Menschen, die in sich ein versteinertes Herz tragen, leiden physisch an Herzschwächen. Sie brauchen viel Kraft, um ihre scheinbare Unbewegtheit aufrecht zu erhalten. Sie sind gekränkt worden, haben schmerzhafte Verluste hinnehmen, Versagenszustände aushalten müssen und Ähnliches, weshalb sie ihr Herz ängstlich verschlossen halten. Sie haben ihr Herz verhärtet und sind innerlich sehr einsam. Die befreiende Chance für diese Menschen ist, zu erkennen, dass nur im Vergeben und Vergessen all dessen, was ihnen angetan wurde, eine wirkliche Genesung möglich ist. Auch sich selbst gegenüber bedeutet die Vergebung eine Befreiung, denn es war ja das Ego, unsere Ichheit, die sich nicht verstanden, angegriffen oder beleidigt fühlte. Unsere wahre Seele atmet in der Liebe, die nicht urteilt, alles duldet und in ihrer Barmherzigkeit alles vergibt.</p>
<p>Aus der Betrachtung der psychosomatischen Vernetzung von Herzensproblemen sehen wir deutlich vor uns, dass, wenn unser Herz aus seiner Mittung gefallen ist, immer eine „Heim -suchung“ unseres wahren Seelenwesens dahinter steht. Diese Anmahnungen aus unserem ewigen Seelenkern sind zugleich Läuterung vom Lärm unseres Ego, das die Stimme unseres wahren Wesens übertönt.</p>
<p>Alle Leiden und Krankheiten des natürlichen Menschen werden so auf dem spirituellen  Weg zu einem Sprungbrett für ein neues Leben, das seinen Sinn im Erfahren und Bezeugen der überweltlichen Wirklichkeit findet.</p>
<h4>Heilimpulse aus dem „senkrechten Weltbild“</h4>
<p>So dürfen wir begreifen, dass in diesem besonderen „Sonnen-Gold-Organ“,unserem Herzen, auch die Pforte zum spirituellen Erwachen zu finden ist.</p>
<p>Gold spielt deshalb in der regenerierenden, aufrichtenden, ganzheitlichen Herztherapie eine äußerst hilfreiche Rolle. In direkter Analogie spiegelt sich  in der Ambivalenz von Licht und Schwere im Sonnenmetall und dem damit korrespondierendem Laster des Hochmuts und der Tugend der Demut unsere unmittelbare Lebensaufgabe. Die Wandlung vom Hochmut zur Demut, die Überwindung unserer Selbstbezogenheit in die Selbstlosigkeit findet in unserem Herzen, der Mitte unseres  Mikrokosmos statt. Im Herzen entsteht die Hingabe an die Christuskraft in uns, die der Erlösung der Menschheit und ihrer Erde dient und aus deren Liebeskraft die Barmherzigkeit für alle lebenden Wesen erwächst.</p>
<p>In wunderbaren Worten kommt diese Geisteshaltung in dem Herzensgebet von Klaus von Flüe (1417-1487 ) zum Ausdruck:</p>
<p>Mein Herr und mein Gott,<br />
nimm mir alles,<br />
was mich hindert zu Dir.</p>
<p>Mein Herr und Gott.<br />
Gib alles mir,<br />
was mich fördert zu Dir.</p>
<p>Mein Herr und mein Gott,<br />
nimm mich mir und gib mich<br />
ganz zu eigen Dir.<br />
Amen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das geheilte Herz: Groß wie die Sonne, klein wie ein Funke </title>
		<link>https://logon.media/de/logon_article/das-geheilte-herz-gross-wie-die-sonne-klein-wie-ein-funke/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Heiko Haase]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2024 22:34:30 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Der Schöpfer hat ins Samenkorn die künftige Entwicklung gelegt: in das des Baumes die Berufung, Baum zu werden, in das des Menschen die Berufung, Mensch zu werden. In der Tiefe des Herzens eines jeden Menschen ruht der göttliche Geistfunke als ein Samenkorn. &#160; Während der ganzen Nacht befand sich der Geist des Gottes in meinem [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Der Schöpfer hat ins Samenkorn die künftige Entwicklung gelegt: in das des Baumes die Berufung, Baum zu werden, in das des Menschen die Berufung, Mensch zu werden. In der Tiefe des Herzens eines jeden Menschen ruht der göttliche Geistfunke als ein Samenkorn.</em></p>
<p><span id="more-102082"></span><br />
<iframe style="border-radius:12px" src="https://open.spotify.com/embed/episode/7kOEH32AbkTcaU9lG3eXJ5?utm_source=generator" width="100%" height="352" frameBorder="0" allowfullscreen="" allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture" loading="lazy"></iframe><br />
&nbsp;</p>
<blockquote><p><em>Während der ganzen Nacht befand sich der Geist des Gottes in meinem Herzen und bei Tagesanbruch tat ich, was er liebt. Ich praktizierte Maat, ich verabscheute das Böse. Ich wusste, wovon die Gottheit lebt.<br />
</em>Moustafa Gadalla <a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a></p></blockquote>
<p>Die Weltanschauung Altägyptens hat noch heute ihre Bedeutung. Die schöpferische Kraft des Herzens spielt bei ihr eine wesentliche Rolle. Die Verbindung von Herz und Seele, die Herz-Seele-Quintessenz gilt als der Schlüssel zur Unsterblichkeit. Diesen Schlüssel zu handhaben, ist der erhabenste Lebensauftrag des Menschen. Er öffnet die Tür zu seiner metaphysischen Dimension, zu seinem inneren Christus.</p>
<p>Laut dem <em>Historischen Wörterbuch der Philosophie</em> ist das Herz „in allen Kulturen das große Integrationszentrum der menschlichen Gefühle, Empfindungen und Gedanken, sämtlicher psychischer Leistungen und Fähigkeiten des Menschen. Im Herzen schlägt sich nieder, was im Menschen als Ganzem geschieht, hier wird sein Befinden zur Synthese gebracht.“ Das Herz ist der psychologische <em>Brennpunkt</em> der individuellen menschlichen Manifestation.<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a></p>
<blockquote><p>Das Herz wird in der Zukunft Bewegungen ausführen, welche die Wirkungen sein werden der inneren Seelenimpulse des Menschen.<br />
Rudolf Steiner <strong> </strong><a href="#_ftn3" name="_ftnref3"><strong>[3]</strong></a></p></blockquote>
<p>Aus der Sicht der ursprünglichen Geisteswissenschaft befindet sich das menschliche Herz in seiner embryonalen Entwicklungsphase. Erst in der Zukunft bekommt es eine andere Form und entfaltet sein Potenzial für eine höhere Aufgabe. Ein Hinweis auf eine solche Entwicklung ist in der quer gestreiften Muskulatur des Herzen zu finden. In einer künftigen Entwicklungsperiode wird der Mensch sein Herz bewegen können, so wie er seine Arme und Beine bewegt und zwar in Übereinstimmung mit seinen inneren seelischen Impulsen.<a href="#_ftn4" name="_ftnref4">[4]</a></p>
<p><strong>Der Pfad des Herzens</strong></p>
<p>Neben der Philosophie (der „Liebe zur Weisheit“) hat sich die Erforschung des Herzens in der Medizin und in der Psychotherapie etabliert – aus der Not des Herzens heraus. Die Leiden der Psyche finden dort ihren Ausdruck – so bei schweren depressiven Zuständen, bei Trauer infolge des Verlustes eines geliebten Menschen oder nach erlebten Schicksalsschlägen, bei Ungerechtigkeiten und Gewalterfahrungen. Bei solchen Ereignissen „bleibt das Herz stehen“; und es bedarf der Herzheilung, damit es wieder lebendig wird. Ängste, Herzneurosen (Freud) und andere Formen von psychischen Störungen sind Reaktionen, mit denen die Psyche ihre <strong>Kohärenz</strong> zu schützen sucht.</p>
<p>Untersuchungen des Gründers der <em>Prozessorientierten Psychologie</em>, Arnold Mindell, zufolge hängt der Verlauf einer Nahtoderfahrung wesentlich vom Zustand des Herzens ab: Entscheidend ist, ob <em>der Mensch sich in seinem Leben nach dem Auftrag des Herzens gerichtet hat.</em> Hier klingt der Gedanke des Herz-Wiegens im altägyptischen Ritual an, das nach dem Tod eines Menschen im Jenseits vollzogen wird. In seinem Buch <em>Den Pfad des Herzens gehen</em> stellt Mindell das Sehen mit den Augen dem Wahrnehmen mit dem Herzen gegenüber und stellt fest, dass man ohne das Herz nicht fühlen kann, was man sieht. Ein Mangel an Mitgefühl lässt das Herz erkranken, denn eine seiner wesentlichen Qualitäten ist dann unterdrückt. Mindell betont, dass es von entscheidender Bedeutung ist, Aufmerksamkeit auf die innere Stimme zu richten, um den Pfad des Herzens zu erkennen.<a href="#_ftn5" name="_ftnref5">[5]</a></p>
<p><strong>Das Herzensgebet</strong></p>
<p>Die Psychotherapie <strong>sowie</strong> die klassische und die alternative Medizin leisten Hilfe bei Herzerkrankungen. Aber auch i<strong>m Bereich der Spiritualität sind wichtige Heilungsmethoden entwickelt worden, die dem heutigen Menschen helfen können. </strong>Dazu gehören als die wohl bekanntesten das Herzensgebet im Christentum und die Herzenspraxis im tibetischen Buddhismus.</p>
<p>Das Herzensgebet wurzelt im Alten und Neuen Testament. Aus der „inneren Kammer“ (Mt 6, 6) in der Tiefe des Herzens steigt es auf zu Gott. Das verwundete Herz richtet sich an den mitfühlenden Gott und öffnet sich für seine Kräfte. Aus dem mystischen, geheimnisvollen Ort heraus wird durch das beharrliche Beten der Worte „<em>Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner</em>“, das reine Herz erschaffen.<a href="#_ftn6" name="_ftnref6">[6]</a></p>
<p><strong>Das heilige Herz im alten Ägypten</strong></p>
<p>Symbol für das Herz war für die Ägypter der Perseabaum (Avocadobaum). Die birnenförmige Gestalt seiner Frucht und besonders die des Fruchtkerns gleicht der Herzensform. Auf manchen Abbildungen findet sich die Frucht des Avocadobaumes auf dem Kopf der Isis, der Mutter von Horus, wobei die Frucht aufgeschnitten und der herzähnliche Kern ganz zu sehen ist.<a href="#_ftn7" name="_ftnref7">[7]</a></p>
<p>In Altägypten diente die Sonne einer allumfassenden Orientierung. Ob in der Architektur oder bei der Vorbereitung von Mahlzeiten, stets wurden die Prinzipien und Anweisungen von <em>Ra,</em> dem Sonnengott, geehrt und befolgt. Man sah das Herz (<em>Ab</em>) auch als Organ der geistigen Wahrnehmung und Sitz des Unterscheidungsvermögens an. <em>Horus</em>, der auf einem Weg der Verwandlung eins wurde mit dem Sonnengott <em>Ra</em>, wurde Herrscher des Herzens genannt. Dies deutet auf den unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Herzen und der Sonne hin. So wie die Sonne im Zentrum unseres Sonnensystems steht, so befindet sich das Herz in der Mitte des menschlichen Körpers. Allein diese zentrale Stellung erhebt die Sonne wie auch das Herz zum Heiligtum, zu einem Tempel, in dem die Quelle des Lebens sprudelt.</p>
<p><strong>Die Verbindung zwischen Herz und Seele bildet eine göttliche Einheit (<em>Ba</em>) im Menschen. </strong>Diese Einheit ist nach altägyptischer Weisheit unsterblich: <em>Ba</em> bleibt auch nach dem Tod eines Menschen erhalten. Das Herz spielt dann eine entscheidende Rolle. Anubis, der Gott des Totenreichs, hat die Aufgabe, es zu wiegen. Er legt es auf die eine Schale der Waage, während er auf die andere eine Feder von Maat, der Göttin der Wahrheit und Gerechtigkeit, legt. Das Herz darf nicht schwerer sein als Feder. Hiervon hängt das Schicksal des Verstorbenen ab.<a href="#_ftn8" name="_ftnref8">[8]</a></p>
<p><em>Es sollten sich immer mehr Menschen auf der Erde dieser Arbeit mit der Sonne widmen, denn nur die Liebe und das Licht werden die Menschheit verwandeln.</em></p>
<p>Omraam Mickael Aivanhov</p>
<h4><strong>Die Sonne &#8211; Herz des Sonnenkosmos</strong></h4>
<p>In seinem Werk <em>Sonnen-Yoga</em> stellt Omraam Mickael Aivanhov eine neue, auf der Sonne gründende Kultur dar, in der die Verbrüderung aller Völker möglich wird. Er lehrt, dass Menschen, die ihre Aufmerksamkeit auf die geistige Sonne, auf <em>Tiphereth</em>, das Zentrum des Sonnenkörpers, richten, sich dabei zugleich ihrem eigenen Zentrum nähern, ihrer inneren Sonne. Durch die Vereinigung mit der Sonne wird der Mensch nach und nach wie sie. Die Konzentration auf die Sonne befähigt ihn dazu, all seine Gedanken, Wünsche und Energien für die Verwirklichung des höchsten Ideals einzusetzen. Wer daran arbeitet, die vielen ungeordneten Kräfte, von denen er hin- und hergerissen wird, zu vereinen, um sie in eine einzige lichtvolle und heilbringende Richtung zu lenken, wird zu einem so mächtigen <em>Brennpunkt</em>, dass er den Weltraum durchstrahlen kann. Ja, wenn der Mensch die Kräfte seiner niederen Natur beherrscht, kann er – wie die Sonne – seine Segnungen auf die ganze Menschheit verteilen. Er lebt in solcher Freiheit, dass sich sein Bewusstsein auf die Menschheit ausdehnt. Dieser Zustand versetzt ihn in die Lage, ihr den Überfluss des Lichts und der Liebe, die von der Sonne ausstrahlen, weiter zu vermitteln. Sein Herz ist der Repräsentant der kosmischen Sonne.</p>
<p>Das Verlangen der Sonne, sich zu verschenken, lässt – nach der Sicht Omraams – das Licht und die Wärme entstehen. Die kleine Sonne, das reine Herz, kennt wie die große Sonne nur ein Ziel: zu helfen, zu unterstützen, ernähren, versorgen, aufzurichten und zu heilen. Es ist von dem einzigen Gedanken erfüllt, sich uneigennützig, großzügig und liebevoll zu erweisen.<a href="#_ftn9" name="_ftnref9">[9]</a></p>
<p><strong>Christus – Mysterium des Herzens</strong></p>
<p>Seit jeher folgen gnostisch geprägte Menschen und Gruppen ihrem geistigen Herzen. Für die Bogomilen – eine spirituelle Strömung im Mittelalter – floss das „lebendige Blut Gottes“ in das gereinigte Menschenherz hinein, um die unsterbliche Seelengestalt des Menschen entstehen zu lassen. Das Kreuz, das dabei im geistigen Herzen vibriert, stellt den übersinnlichen Zugang dar, der zum Gral führt &#8211; <strong>zur</strong> Schale, in der das „göttliche Blut“ aufgenommen wird. Das reine Herz vergeistigt sich in diesem Prozess. Es sucht die Verbindung mit der ganzen Menschheit einerseits und mit dem Heiligen Geist andererseits. Die innere kleine Sonne gleicht der großen. Das Große zeigt sich im Kleinen.</p>
<p><em>Christos</em>, der Gesalbte, ist in gnostischer Sicht das ursprüngliche Herz des Sonnenkosmos, das sich ununterbrochen als Dreibund von Leben, Licht und Liebe manifestiert. So wird der Rat gegeben, sich aus den intellektuellen Labyrinthen des Gehirns hinauszubewegen und die Aufmerksamkeit auf das Herz zu richten, denn dort ist die Lebensquelle verborgen, der „Wasserbrunnen in der Wüste“. Wer in seinem Herzen die Christuskraft freisetzen kann, kann die Weisheit des ewigen Lebens tief begreifen.</p>
<p>Der bulgarische Weisheitslehrer Peter Danov <strong>lehrt</strong>, dass im kleinen Samenkorn das ganze Leben verborgen liegt. Der Schöpfer hat ins Samenkorn die künftige Entwicklung gelegt: in das des Baumes die Berufung, Baum zu werden, in das des Menschen die Berufung, Mensch zu werden. In der Tiefe des Herzens eines jeden Menschen ruht der göttliche Geistfunke als ein Samenkorn.<a href="#_ftn10" name="_ftnref10">[10]</a> In ihm sind nach der rosenkreuzerischen Weisheit die Idee und die Struktur des ursprünglichen, vollkommenen Menschseins enthalten. Das Feld um diesen geistigen Mittelpunkt herum, das auch den materiellen Menschen umgibt, wird „Mikrokosmos&#8220; genannt. Zu dem erhabenen Lebensauftrag eines Menschen gehört es, aus dem Geistfunken die ursprüngliche Seele wieder zu erwecken. Das geschieht mit Hilfe der Christuskraft, der Kraft der geistigen Sonne. So kommt es zur „Wiedergeburt aus Wasser und Geist&#8220; (Joh. 3,5). Die Rosenkreuzer sprechen von einer „Transfiguration&#8220; und beschreiben die Verschmelzung der ursprünglichen Seele mit dem Geist als „alchymische Hochzeit&#8220;.<a href="#_ftn11" name="_ftnref11">[11]</a> Es ist der christliche Einweihungsweg, der im Herzen beginnt. Dort macht sich das immanente Göttliche des Menschen erkennbar und verhilft ihm dazu, sich zu verwandeln und durch die „enge Pforte“ zu gehen, ins unsterbliche Sein.</p>
<hr />
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Gadalla, Moustafa, <em>Ägyptische Kosmologie. Das belebte Universum</em>, 3. Ausgabe, Ancient Mail Verlag, Groß-Gerau 2022<br />
<a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Wolfgang Biesterfelds, <em>Herz</em>, HWPh, 3 (1974), S. 1100-1112<br />
3 Rudolf Steiner, Gesammelte Artikel aus der Zeitschrift <em>Lucifer- Gnosis</em> 1904/05, Gesamtausgabe, 7. überarbeitete Auflage, Rudolf Steiner Verlag, Basel, 2018, S. 168-169<br />
Siehe auch: RUDOLF STEINER ONLINE ARCHIV http://anthroposophie.byu.edu, 4. Auflage 2010<br />
<a href="#_ftnref4" name="_ftn4">[4]</a> A.a.O.<br />
<a href="#_ftnref5" name="_ftn5">[5]</a> Arnold Mindell, <em>Den Pfad des Herzens gehen</em>, Lehmanns Media, 2013, S. 159<br />
Arnold Mindell,<em> Der verborgene Code des Bewusstseins</em>, Via Nova Verlag, 2010, S. 509<br />
<a href="#_ftnref6" name="_ftn6">[6]</a> A. G. Paparnakis, <em>Die Herabrufung des Namens Gottes im Alten Testament</em>, in: <em>Hermeneutik und Theologie des Alten Testaments</em>, Bd. 2, Thessaloniki 2006<br />
<a href="#_ftnref7" name="_ftn7">[7]</a> Blavatsky, Helena, <em>Lexikon der Geheimlehre,</em> Verlag Esoterische Philosophie, Hannover 1997, S. 173<br />
<a href="#_ftnref8" name="_ftn8">[8]</a> Gadalla, Moustafa, a.a.O., S. 61-90<br />
<a href="#_ftnref9" name="_ftn9">[9]</a> Omraam Mickael Aivanhov, <em>Sonnen-Yoga. Surya – Yoga</em>. In: Gesammelte Werke, Band 10, Prosveta Verlag, Dietingen 2011, S. 268-277<br />
<a href="#_ftnref10" name="_ftn10">[10]</a> Peter Danov (Beinsa Duno), <em>Die Herrlichkeit des Lebens</em>, Verlag Bjalo Bratstvo, Sofia 2007<br />
<a href="#_ftnref11" name="_ftn11">[11]</a> Dazu Jan van Rijckenborgh, <em>Die Alchymische Hochzeit von Christian Rosenkreuz</em>, Rozekruis Pers, Haarlem.<br />
Siehe auch: www.Rosenkreuz.de/frag/07<a href="#_ftnref3" name="_ftn3"></a></p>
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		<title>Die Sonne – unser wahres Selbst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heiko Haase]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Jan 2024 21:03:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Gunter Friedrich (LOGON) interviewte den Biophysiker und Bewusstseinsforscher Dieter Broers. Die Sonne besitzt alle physikalischen Attribute, um den Geist zu verkörpern. Quantenphysikalisch eröffnet sich uns heute ein Dimensionstor über eine Schnittstelle zu den geistigen Welten. G.Fr.  Lieber Dieter, ich freue mich, dass ich dich interviewen darf für unsere nächste Ausgabe von LOGON, die sich mit [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gunter Friedrich (LOGON) interviewte den Biophysiker und Bewusstseinsforscher Dieter Broers. Die Sonne besitzt alle physikalischen Attribute, um den Geist zu verkörpern.<br />
</strong></p>
<p><span id="more-100595"></span></p>
<p>Quantenphysikalisch eröffnet sich uns heute ein Dimensionstor über eine Schnittstelle zu den geistigen Welten.</p>
<p><strong>G.Fr. </strong><br />
Lieber Dieter, ich freue mich, dass ich dich interviewen darf für unsere nächste Ausgabe von LOGON, die sich mit dem Thema „Feuer“ befasst. Du arbeitest an der Schnittstelle zwischen naturwissenschaftlicher Forschung und spiritueller Erkenntnis. In dieser Schnittstelle liegt eine gewaltige Chance für die Zukunft. Die Beziehung zwischen Geist und Natur, die Frage, wie naturwissenschaftliche und spirituelle Erkenntnis einander ergänzen, kann uns die Tür öffnen zu einer neuen Einstellung zum Leben, zu einem neuen Umgang miteinander und einer neuen Beziehung zur Natur.</p>
<p>Eines deiner Bücher hat den Titel <em>Sonnenzeit – Aufbruch in eine neue Ära </em>(2013). Darin schreibst du: „Die Sonne ist mehr als ein glühender Gasball, der unsere Erde erwärmt. Sie ist ein geistiges Prinzip.“ Wie hast du das gemeint?</p>
<p><strong>D.Br.:</strong><br />
Ich bin nach vielen wissenschaftlichen Überlegungen, vor allem auch durch die Arbeiten von Burkhard Heim, der ein ganzheitliches Weltbild aufgestellt hat, in dem Geist und Materie in einer Einheit gesehen werden, zu dem Schluss gekommen, dass die Sonne quasi unserem höheren Selbst entspricht. Ich glaube auch, verstanden zu haben, warum der Sonnenkult in fast allen alten Kulturen eine so große Bedeutung hatte, ganz besonders zum Beispiel bei dem Pharao Echnaton, der in der Sonne den Schöpfergott Aton sah und den Monotheismus einführte. Was wirklich Geist ist, mag zwar philosophisch erörtert sein, ist aber in der Naturwissenschaft noch nicht richtig angekommen. Die Sonne besitzt alle physikalischen Attribute, um den Geist zu verkörpern. Sehr beeindruckt hat mich in diesem Zusammenhang die Plasmaforschung. Plasma ist ein anderer Aggregatzustand, als wir ihn bei der festen Materie kennen. Die Sonne ist ein großer Plasmakörper und verfügt über alle Eigenschaften eines hochintelligenten Lebewesens.</p>
<p>Aus quantenphysikalischer Sicht kommuniziert sie mit uns als Entität über physikalische Felder.</p>
<p><strong>G.Fr.<br />
</strong>Die Menschen in fast allen alten Kulturen hatten eine innige Beziehung zur Sonne. Sie haben diese Beziehung erlebt, haben sie empfunden. Die Ägypter sprachen auch von dem Sonnengott Re, der sichtbaren Sonne, und dem Sonnengott Amun, der unsichtbaren Sonne.</p>
<p>Du kommst nun mit naturwissenschaftlicher Betrachtung, also mit dem heutigen Bewusstsein zu ähnlichen Ergebnissen. Zunächst einmal sind es gedankliche Ergebnisse. Die Frage ist nun, ob wir sie auch seelisch erleben können. Können wir innerlich die Beziehung zum Seelenkörper der Sonne herstellen?</p>
<p>Findet heute eine Rückkehr uralten Wissens, eine erneute Übertragung einer Art Ur-Information statt?</p>
<p><strong>D.Br.:</strong><br />
Davon bin ich überzeugt. Wenn ich einen Abgleich aus naturwissenschaftlicher / quantenphysikalischer Sicht vornehme, möchte ich noch mal daran erinnern, dass ohne die Sonne kein Leben möglich wäre. Sie wirkt lebensspendend. Sie tut etwas, was wir nicht tun können. Und dafür bringt sie uns weitaus mehr als nur das physikalische Licht. Das Licht ist Teil eines elektromagnetischen Spektrums, ein Medium, um den Körper überhaupt in seine Funktion zu bringen. Auch die Elementarteilchen entstanden letztlich durch Sonneneinwirkung. Alle Teilchen, aus denen Materie besteht, sind aus Sonnenpartikeln entstanden. Hier finden wir eine Schnittstelle zwischen den göttlich-geistigen Dimensionen, der Quelle, dem Ursprung, dem <em>Apeiron</em>, zu dem, was wir die Welt nennen, in der wir jetzt sind.</p>
<p>Wenn man mal die konservative Physik heranzieht, so ist die Sonne ein Massekörper. Masse und Gravitation gehören zusammen. Die Sonne hat so viel Masse, dass ihre Gravitationswellen stark auf uns einwirken. Sie hat ja ein Zigfaches der Masse der Erde. Die Gravitationswellen haben auch einen geistigen Aspekt, in ihnen wirken geistige Dimensionen, quasi von oben. Die Sonne fungiert als Schnittstelle zu den geistigen Dimensionen. Sie repräsentiert sozusagen unser höheres Selbst und ist insofern ein Teil von uns. So gibt es nachweislich Wechselwirkungen zwischen den Sonnenaktivitäten und unserem Verhalten auf der Erde.</p>
<p><strong>G.Fr.</strong>  Das Interessante ist, dass unsere Entwicklung nicht einfach aus uns herauskommt, sondern dass die Impulse dazu auf uns zukommen. Das Wort „Zukunft“ drückt es ja auch aus. Das Licht kommt von der Sonne auf uns zu. Die Dinge, die Möglichkeiten, werden uns als Geschenk angeboten. Du hast in vielen Vorträgen, Gesprächen und Büchern dargestellt, dass das Erdmagnetfeld seit langer Zeit schwächer wird, weil die Sonneneruptionen stark zugenommen haben. Könntest du noch mal kurz skizzieren, was dieses Szenario generell mit der Menschheit macht?</p>
<p><strong>D.Br. </strong> Ohne die Magnetfelder als Naturfelder wären wir ohne Bewusstsein. Sie ermöglichen zum Beispiel den Erkenntnisprozess, dass „ich bin“. Das weiß man aus der Raumfahrt gut. Hier hat man vor Jahrzehnten zum ersten Mal erfahren, wie es sich anfühlt, wenn man sich weiter weg vom Erdmagnetfeld befindet. Es zeigten sich besondere psychische Auffälligkeiten. Ich hatte über meinen Schwiegervater Beziehungen zur Raumfahrtmedizin und durfte auch bei einigen Aktionen in Russland mit dabei sein. Die sogenannte Raumfahrtkrankheit war eine psychische Auffälligkeit, durch die die Raumfahrer, als sie weiter weg vom Erdmagnetfeld waren, ihre Aufgaben nicht mehr so erfüllt haben, wie sie es hätten tun sollen. Sie haben offenbar durchschaut, worin sie verstrickt sind. Sie haben den Sinn des Lebens erspürt oder erkannt und haben die Ausführung bestimmter Aufgaben verweigert.</p>
<p>Ich habe dann die Phänomene in dieser Richtung weiter erforscht, auch mit Prof. Trofimov, der dies in Russland getan hat. Er sagte, wir wissen ja, dass das Erdmagnetfeld in seiner Stärke immer weiter abnimmt, und irgendwann haben wir auf der Erde generell dieselben Bedingungen, wie sie die Kosmonauten als erste erfahren hatten. Deswegen wollen wir uns darauf vorbereiten.</p>
<p>Und das ist auch der Grund, weshalb ich so viel darüber rede und schreibe.</p>
<p><strong>G.Fr. </strong><br />
Ich durfte Alexander Trofimov 2016 bei deinem großen Kongress in Wien kennenlernen und Gespräche mit ihm führen. Er hat ja nachgewiesen, dass sich neue Bewusstseinsmöglichkeiten eröffnen, wenn wir in reduzierten Magnetfeldern leben.</p>
<p><strong>D.Br.<br />
</strong> Es kommt, wie du gesagt hast, etwas auf uns zu: das Strahlenspektrum der Sonne. Das kann aber nur insoweit auf uns wirken, als in uns eine Resonanz entsteht. Denn beide Oszillatoren müssen gleich schwingen, sonst gibt es keine Übertragung. Wir können die geistige Information, die unser höheres, unser wahres Selbst betrifft, nur empfangen, wenn wir auch in uns die Schwingung anheben. Es kommt also etwas auf uns zu, aber es hängt von uns ab, ob es uns erreicht oder nicht. Jeder einzelne entscheidet dies durch seine Bereitschaft, die Schwingung zu erhöhen. Wenn ich in die Bereitschaft der Freude gehe, in die Bereitschaft zum Erwachen, so entspricht dies einer entsprechend höheren Schwingungsfrequenz, auch elektro-magnetisch gesehen.</p>
<p>Die Sonne schwingt auf verschiedenen Schwingungsspektren, auch auf sehr hohen. Wir müssen uns selber erheben, um <em>die</em> Schwingungen aufnehmen zu können, die für das Erwachen erforderlich sind. Durch die Schwächung des Erdmagnetfeldes können Eigenschaften in uns aktiviert werden, die bisher noch nicht entwickelt waren: telepathische Fähigkeiten, Inspirationen und andere. Dazu dürfen wir aber nicht in der Passivität bleiben. Sich nur zu informieren über das, was möglich wird, reicht nicht aus. Jeder einzelne ist gefordert, seinen Beitrag zu erbringen, um in diese Resonanz zu kommen und diese göttlichen Informationen zu erhalten.</p>
<p><strong>G.Fr.<br />
</strong> Wir haben also das Potenzial zu einer Resonanz im befreienden Sinn, und das können wir aktivieren. Wenn jetzt diese hoch schwingenden Kräfte kommen – die auch ein wesentlicher Faktor für die Erderwärmung sind und die auch die sog. Schumannfrequenz, die Resonanzfrequenz der Erde erhöhen – und ich mich dieser Schwingungserhöhung <em>nicht</em> angleiche, komme ich zwangsläufig in Spannungen.</p>
<p>Wir haben also die Resonanzmöglichkeiten. Die müssten aber eigentlich zu mehr führen als zu bloßen Überlebensstrategien. Sie müssten doch transformativ wirken. Denn ist das nicht der Wille, der hinter der aktuellen Sonnenaktivität steht?</p>
<p><strong>D.Br.<br />
</strong> Das Feuer kann man als Transformator ansehen. Materie wird in eine höhere Schwingungsebene transformiert, was einer höheren Temperatur entspricht, einer höher schwingenden elektro-magnetischen Wärme. Die Sonne hat ja diese Feuereigenschaften. Wir haben übrigens nicht nur auf der Erde erhöhte Temperaturen, sondern es gibt sie seit vielen Jahren auf allen Planeten unseres Sonnensystems.</p>
<p><strong>G.Fr.</strong><br />
Kann man nicht von einem Organismus sprechen? Wenn die Sonne ein lebendiges, schlagendes, pulsierendes Herz ist für alle Planeten, für alle Planeten<em>wesen</em>, dann sind wir ja Bestandteil eines großen gemeinsamen Organismus. Dann gibt es überall eine Temperaturerhöhung. Der seelische Aspekt zeigt sich als Freude, aber geht er nicht noch darüber hinaus?</p>
<p><strong>D.Br</strong>.<br />
Wir können in den Zustand gelangen, in dem wir die Dinge erkennen, die uns bislang blockiert haben. In fast 40 Jahren habe ich Erfahrungen gesammelt, dass bei ganz bestimmten elektro-magnetischen Frequenzen, die eine Resonanz zur menschlichen DNA haben – und das sind Frequenzen, die auch die Sonne ausstrahlt – die Ursachen von Krankheiten erkennbar werden und Heilungen stattfinden. Das geschieht über die Erkenntnis, dass eine geistige Fehleinstellung vorhanden war. Diese physikalischen Strahlungsfrequenzen kommen überwiegend von der Sonne. Die Schumannfrequenz, die Resonanzfrequenz der Erde, stellt sich auf sie ein, und die Frequenz der Zirbeldrüse entspricht der Schumannfrequenz, die mit etwa 8 Hz schwingt. Die Informationen von der Sonne versetzen uns in die Lage, die Dinge, die in uns quer standen und an denen wir vielleicht noch Inkarnationen lang arbeiten müssten, um sie aufzulösen, jetzt zu bearbeiten und zu verwandeln. Wir befinden uns heute an einem möglichen Übergang in eine andere Welt. Die bisherige Welt löst sich nicht auf. Ich spreche von zwei Zeitlinien.</p>
<p>Für viele kommen jetzt die uralten Dinge der Vergangenheit hoch und sie wissen gar nicht, dass das in einem Kontext mit der Befreiung stehen könnte. Schwerstkranke erkennen plötzlich, warum sie gerade diese Krankheit haben. Für das Erwachen ist es notwendig, dass diese vergangenen, uns blockierenden Ereignisse ins Bewusstsein kommen und bearbeitet werden. Wenn ich mich an bestimmten Tagen nicht wohl fühle, wenn ich bestimmte Symptome habe, kann ich fragen: Was will mir das zeigen? Es sind Dinge, die über das Feuer transformiert werden möchten. Es gilt also zu beobachten, wahrzunehmen und dann mit dem Gefühl abzugleichen, ob das Wahrgenommene eine Sache ist, <em>die dem Prozess des Erwachens dienlich ist. </em>Über diese Erkenntnis gelange ich zu einer Erlösung von Altlasten.</p>
<p><strong>G.Fr.</strong>  Die Resonanz findet im Kopf statt, vor allem über die Zirbeldrüse, sie findet im Herzen statt, weil das Herz ja ein eigenes großes Magnetfeld besitzt, und sie findet im gesamten Körper statt, weil es überall im Körper Magnetfelder gibt. Wenn wir die Bereitschaft haben, in die höhere Frequenz innerlich einzutreten, dann zeigt sich das, wie du sagst, an tiefer Herzensfreude, es zeigt sich an vertiefter Erkenntnis, es zeigt sich aber auch an gravierenden inneren Konflikten, weil die ganze Vergangenheit durch die innere Erwärmung hochgespült wird. Wir sehen, was wir eigentlich gemacht haben in der Menschheitsgeschichte, unsere Ich-Bezogenheit, all unsere Lebenskämpfe. Und jetzt kommt dieses Zentralgestirn der Einheit auf uns zu, das auch die Einheit der Menschheit verkörpert. Dann können wir vielleicht auch das Sonnenprinzip in jedem Menschen erahnen und können eine neue Beziehung zueinander bekommen, die von einer überpersönlichen Liebe getragen wird. Dann bedeutet diese Vibrationserhöhung doch auch Seelenverwandlung und Vergeistigung.</p>
<p><strong>D.Br.<br />
</strong> Uns wird zunehmend gezeigt, was Seele ist. Quantenphysikalisch eröffnet sich ein Dimensionstor über eine Schnittstelle zu den geistigen Welten. Ich habe von Gravitationswellen gesprochen, die quasi von oben auf uns einwirken. Wenn wir in den Zustand der Empathie gehen, in den Zustand der Freude, dann zeigt die Sonne Reaktionen darauf. Es gibt ganz allgemein eine Wechselwirkung. Prof. Persinger, den du ja auch in Wien kennengelernt hast, sagte mir, wir sind jetzt in die Beweisführung gekommen. Wir haben Versuche gemacht, bei denen die Sonne direkt, durch Messungen belegt, reagiert hat auf das Verhalten von einigen wenigen, die aus der Liebe heraus gehandelt haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>G.Fr.</strong><br />
Ich finde es unglaublich, dass Naturwissenschaftlern ein solches Ergebnis gelingt. Wenn man sagt, dass die Sonne die wesentlichen Impulse zur Menschheitsentwicklung gibt, dann muss diese Entwicklung auf der Sonne ja bereits vollzogen sein. Das kann dann nur bei Wesenheiten der Fall sein, die in anderen, höher schwingenden Strukturen – feinstofflich – im Sonnenbereich leben. Wenn diese Wesenheiten ihre Vollkommenheit mit Hilfe von Elektronenströmen zu uns ausstrahlen, dann findet auch eine Rückwirkung statt, eine Rückmeldung. Wir sind ja eins in demselben Organismus. Sie wollen uns zu sich heranholen, wollen uns quasi ihrem höheren Zustand angleichen. Und dann gibt es natürlich Freude. In der Bibel steht etwas von der Freude, die im Himmel herrscht, wenn ein verlorener Sohn heimkehrt.</p>
<p>Aber gibt es neben der Freude im Himmel nicht auch noch mehr? Eröffnet die Rückkehr unserer Seelen nicht auch neue Entwicklungsmöglichkeiten für die Wesenheiten der Sonne? Sie werden von ihrer Urbild-Rolle uns gegenüber erlöst, wenn wir zu ihnen hinwachsen. Und dann können sie sich in Richtung ihrer eigenen Urbilder kosmisch weiter entfalten.</p>
<p><strong>D.Br.</strong>  Nehmen wir mal Echnaton aus der Zeit von etwa 1350 Jahren vor Christus. Da gibt es die Zeichnungen (Piktogramme), auf denen die Sonnenstrahlen herabkommen, bei denen am Ende kleine Hände zu sehen sind. Ich denke, diese Darstellungen drücken die Rückwirkung unseres Verhaltens zur Sonne hin aus.</p>
<p>Naturgemäß gehört ja alles zusammen. Trennung gibt es nur in unserer Vorstellung. Auch Mikro- und Makrokosmos sind eins. Es gibt auch keine Trennung zwischen meiner Handlung und einer Reaktion darauf. Denken wir an den Schmetterlingseffekt aus der Chaosforschung. An einem Ort auf der Erde flattert ein Schmetterling und an einem anderen Ort gibt es als Reaktion darauf einen Hurrikan. Alles gehört über das Medium Äther zusammen. Das ganze Universum ist Ausdruck des Lebens an sich. Wir haben mit unserem Bewusstsein Freiheitsgrade, die wir nun nutzen können, einen freien Willen, den wir bislang nur begrenzt anwenden konnten. Denn wir haben nur aus einem sehr stark eingeschränkten Kontingent schöpfen können. Die Ergebnisse davon sehen wir in der heutigen Welt. Jetzt aber können wir erkennen, wie alles wirklich zusammenhängt. Wir erkennen immer mehr, dass wir Geistträger und aktive Schöpfer sind.</p>
<p><em>In uns befinden sich die gleichen Energien, die gleichen geistig-schöpferischen Kräfte, die das Universum haben entstehen lassen.</em> Im Innern wissen wir das, und die Quantenphysik nähert sich dem auf naturwissenschaftliche Weise. Sie spricht vom Beobachtereffekt. Wir bringen etwas in die Realität, indem wir es uns vorstellen und in die Emotion gehen. Erwachen bedeutet in dem Sinne ein immer größeres Erkennen, mit welchen Eigenschaften wir eigentlich seit jeher ausgestattet sind und dass wir letztlich verantwortlich sind für die Welt, so, wie sie jetzt ist. Wir haben es zugelassen und sind den künstlichen Mustern dieser Welt gefolgt. Wir konnten es letztlich nicht besser, weil uns nur bestimmte Informationen über eine Welt der Begrenzung vermittelt wurden. Es hätte uns schon viel früher gesagt werden müssen, dass wir unsterbliche und unbegrenzte Schöpferwesen sind.</p>
<p>Letztlich waren Schicksalsschläge und Kataklysmen schon immer Weckrufe, nicht, um uns abzustrafen, sondern um uns an unsere Göttlichkeit zu erinnern.</p>
<p><strong>G.Fr.</strong><br />
Wenn wir den Grundgedanken auf uns wirken lassen, dass alles Materielle und alle Organismen verdichtete Formen von Geist sind, dann können wir die Frequenzerhöhung auf besondere Weise nutzen. Wenn wir in Resonanz zu ihr treten, verwandeln wir etwas zurück von der verdichteten Materie in die geistigere Ebene. Und damit setzen wir enorme Kräfte frei. Die Einsteinsche Formel zeigt es ja, welche hohen Energien entstehen, wenn sich Materie in Energie verwandelt. Und Ähnliches gilt wohl auch in der Beziehung zum Geistigen. Und dann werden die neuen Ebenen des Menschseins deutlich: die Ebenen der Freude, der Erkenntnis und auch die des miteinander Verbundenseins. Wir erfahren uns als potenzielle Sonnenträger, als verdichtete Sonnenwesen. Alle besitzen das Potenzial, Lichtwesen zu werden in einem höher schwingenden, feinstofflichen Körper.</p>
<p><strong>D.Br.</strong>  Das sehe ich genauso, Gunter.</p>
<p><strong>G.Fr.</strong>  Ich danke dir ganz herzlich für dieses Gespräch, Dieter.</p>
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		<title>Feuer im Herzen – Ein Blick in die Tiefe der russischen Seele</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heiko Haase]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Oct 2023 21:20:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Silbe „Ur“ weist auf die Wurzel des Lichts im Feuer hin. Seit unvorstellbaren Zeiten zieht dieser strahlende Urgrund die Herzen der Völker an.1 Wahrlich, der Pfad des Geistes muss von Menschenfüßen beschritten werden! 2 In ihrem Werk Feurige Welt bezeichnet Helena Roerich, die Begründerin des Agni Yoga, das Element Feuer als die allgegenwärtige, am [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Die Silbe „Ur“ weist auf die Wurzel des Lichts im Feuer hin. Seit unvorstellbaren Zeiten zieht dieser strahlende Urgrund die Herzen der Völker an.1</p>
<p>Wahrlich, der Pfad des Geistes muss von Menschenfüßen beschritten werden! 2</p>
<p>In ihrem Werk Feurige Welt bezeichnet Helena Roerich, die Begründerin des Agni Yoga, das Element Feuer als die allgegenwärtige, am meisten schöpferische und am meisten lebenspendende Kraft. Sie stellt fest, dass das menschliche Bewusstsein sich mit vielen leeren und unbedeutenden Überlegungen über das Feuer beschäftigt und ihm dabei das Wunderbarste entgeht. Für einen suchenden Menschen ist es aber lebensnotwendig, dieses Wunderbarste zu erfassen: den Abglanz des höchsten Feuers im eigenen Innersten. Ist dieser Abglanz zu erspüren? Kann ein Mensch das Mysterium des Feuers in seinem eigenen Innern entschlüsseln?</p>
<p><strong>Das entflammte Herz – Die Legende von Danko</strong></p>
<p>Es scheint, als hätten Opfer und Feuer nichts miteinander gemein, doch das Opfer wird in allen Überlieferungen als flammend bezeichnet.3 „Man muss Feuer, Wasser und Posaunen überstehen“, so lautet ein russisches Sprichwort, das sich aus der Offenbarung des Johannes ableitet und in dem der Volksmund deutlich macht, welche Bedingungen auf dem Weg zum Göttlichen erfüllt werden müssen. Der an die Natur gebundene Mensch muss begreifen, dass eine Umkehr erforderlich ist. Dann wird sein Herz durch ein Gnadenfeuer entflammt, das nicht versengend ist.4 Der wahre Mensch besitzt ein reines Herz, er ist das Herz. Er wohnt als ein Gott im Herzen der Naturgestalt.5</p>
<p>Ein reines, entflammtes Herz begegnet uns in der Legende von Danko.6  Sie erzählt vom Entwicklungsweg der Menschheit mit all seinen Hindernissen und seiner Mühsal. Es ist ein Weg, der nur gangbar ist, weil die Liebe und der Trost aus der göttlich-geistigen Welt den Menschen begleiten. Der Jüngling Danko opfert sich. Er reißt, als sein Volk sich in einem scheinbar ausweglosen dunklen Wald verirrt hat und nur noch Verzweiflung herrscht, sein Herz aus der Brust und hält es hoch über den Kopf. Es leuchtet heller als die Sonne und weist den rettenden Ausweg.</p>
<p><strong>Das Opfer an die Weltseele – Die Legende von Kitesch</strong></p>
<p>Es ist nachvollziehbar, dass die Anforderungen des befreienden Pfades einen Menschen abschrecken können, vor allem, wenn er versucht, „Feuer, Wasser und Posaunen“ aus eigener Kraft zu bewältigen. Damit steht er sich selbst im Weg und hindert die unsterbliche Seele, die ihm „näher als Hände und Füße“ ist, daran, ihm zu helfen. Ein Motiv für die überindividuelle seelische Macht begegnet uns in der Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch.</p>
<p>Die Legende berichtet, dass Kitesch im See untergetaucht ist und dadurch vor der Batu Khan-Armee gerettet werden konnte. Allein Fevronya, die Gattin des im Kampf gefallenen Fürsten Wsewolod, kann die Stadt sehen und auch die weißen, in Tränen gewaschenen Gewänder ihrer Bewohner mit den Lilien des Paradieses darauf sowie die brennenden Kerzen, die sie in den Händen tragen. Wie eine Feuersäule steigt das Licht über der unsichtbaren Stadt zum Himmel auf; es strömt aus den geöffneten Türen ihrer Kathedrale hervor.7</p>
<p>In dieser Legende schwebt über dem Ego eine überindividuelle Macht. Sie verwandelt das Leiden auf dem Weg und macht es zu einem Ausdruck der Wirksamkeit des Heiligen Geistes im Menschen. Die Stadt Kitesch vermag aus dem See aufzusteigen aufgrund des unverdienten Leidens aller für alle. Hierin bildet sich in der Seelenweisheit Russlands das Ideal einer spirituellen Essenz ab, die man mit den Worten ausdrücken kann: Wer das Leiden geduldig auf sich nimmt, auf den harrt die Erlösung.</p>
<p>In der Legende zeigt sich, dass es nicht um die Befreiung des Individuums geht, sondern um die der Gemeinschaft, ja letztlich die der Menschheit. Ähnlich wie in der Parzivalsage muss auch hier eine Frage gestellt werden. In der Kitesch-Legende lautet sie: Wie kann die Menschheit gerettet werden? Die Antwort liegt in dem Gebet, das die Gnade Gottes für alle erfleht.</p>
<p>Die Legende lehrt uns, unsere individuellen Motive für den geistigen Aufstieg dem Streben der Gemeinschaft unterzuordnen. Weg und Ziel eines bloß individuellen Strebens finden in der Kitesch-Legende keinen Platz.8</p>
<p><strong>Feuersäule des Geistes – Der Prometheus von Alexander Skrjabin</strong></p>
<p>Mit der Frage der Transformation des Bewusstseins der Menschheit beschäftigte sich auch der russische Komponist Alexander Skrjabin (1871-1915), der Mitglied der Theosophischen Gesellschaft Adyar in Belgien war. Er sah in der Bewusstseinstransformation seinen Lebensauftrag, dem er stets treu blieb. Skrjabin hoffte, die Menschheit mit der Musik und der Kunst zu erlösen. In einer geistigen Schau erblickte er die Feuersäulen eines Tempels, die wie von Himmel herabkamen. Er hatte vor, in Indien, dem Land der Musik und Magie, einen Mysterientempel zu errichten, in dem er sein speziell dafür komponiertes Orchesterwerk Prometheus – Poème du Feu (1911) aufführen wollte. Die Erlösung der Menschheit sollte durch ein Gesamtkunstwerk geschehen, eine Synthese sämtlicher Künste, eine Symphonie aus Wort, Ton, Farbe, Duft, Berührung, Tanz und bewegter Architektur. Unter einer Halbkugel sollte dieses Geschehen mit 2.000 Mitwirkenden immer wieder neu stattfinden, so lange, bis die gesamte Menschheit das Mysterium erlebt haben und in eine höhere Bewusstseinsstufe erhoben würde.</p>
<p>Wie mit einer frischen Windbrise sollten die Melodien die Herzen aller Menschen auf der Erde berühren. Dann würden sie aus ihrem irdischen Schlaf erwachen, sich wie auf einer Brücke in die höhere, geistige Welt bewegen, die lebt und atmet und auf Seelen wartet, die zu ihr herangereift sind. Die Menschenseelen würden in dieser hohen und reinen Energie so lange verweilen, in diesem Liebesmeer so lange baden, bis sie gereinigt und befreit sind.</p>
<p>Man könnte meinen, dass Alexander Skrjabin diese Vision, diesen Auftrag nicht erfüllt hat, da kein sichtbarer Tempel erbaut worden ist. Doch im Prometheus mit seinem „mystischen Akkord“, der Luce-Stimme und dem „Farbenklavier“, hat er den Tempel in unsichtbaren Sphären verwirklicht. Unter den vielfältigen Erscheinungsformen des „Tredezimakkordes“ erlangte Alexander Skrjabins „mystischer Akkord“ (der „prometheische Akkord“) eine besondere Bekanntheit und Bedeutung.9</p>
<p>Als Mitwirkender in einer theosophisch orientierten Gruppe wusste Skrjabin, dass unsere Welt von feurigen Gedanken durchdrungen ist, die, wenn es gut ist, mit den sieben Strahlen des geistigen Universums in Verbindung stehen. Durch sie kann das Alte (das Irdische) vergehen und das Neue (das Göttliche) geboren werden. Wie sich einzelne Flammenzungen in einem unendlichen Tanz zu einem mächtigen Feuer vereinen, so verbinden sich die lichtvollen Gedanken miteinander und gehen ein in das große Wesen der Weltseele, das den göttlichen Geist empfangen kann. Jeder Mensch, der von der Weltseele berührt wird und sich von ihren Flammen erfüllen lässt, wandelt zu einem Lichtwesen.</p>
<p><strong>Das Wunderbarste liegt in der Tiefe</strong></p>
<p>Galaxien mit Sternen und Planeten entstanden aus dem Ur-Feuer. Auch unser Planet wurde aus ihmhervorgebracht. Hermes Trismegistus nennt die „Heilige Erde“ den „zweiten Gott“. Die Kräfte der siebenfachen Heiligen Erde, die „sieben Flammen der Isis“, ermöglichen die Heranbildung der ursprünglichen Seele und des ursprünglichen, geistig-seelischen Körpers. Die Seelenkräfte können ihr siebenfaches Vermögen dem geöffneten Herzen des Menschen übertragen. Das führt zu einem siebenfachen Prozess, auf dem der „siebenfache Leuchter, der vor Gott steht“, im Menschen erneut entflammt wird.10</p>
<p>So erfährt er das Wunder des Feuers.</p>
<p>Helena Roerich schreibt:</p>
<blockquote><p>Um das Feuer als den Weg der Hierarchie, der Liebe und des Mitleids zu empfangen und anzunehmen, muss man sich unwiderruflich mit dem ganzen Herzen opfern, nur so werden sich die kleinen Sterne in flammende Giganten verwandeln.11</p></blockquote>
<p>Die Sehnsucht, den Abglanz des höchsten Feuers im Innersten zu schauen, wird erfüllt, wenn sich der Mensch zu seinem geistigen Kern umkehrt. Dann öffnet sich das Wunderbarste, der innewohnende Geist, das Ur-Feuer.</p>
<hr />
<p>1 Helena Roerich, Feurige Welt, 1933 (S. 8-13 im russ. Original)<br />
2 Nikolai Roerich, Altai – Himalaya, 1929 (S. 78 im russ.Original)<br />
3 Helena Roerich, a.a.O.<br />
4 A.a.O.<br />
5 Jan van Rijckenborgh, Die Ägyptische Urgnosis, Band 1, Rozekruis Pers, Haarlem, 2. Auflage 1983, S.75<br />
6 Maxim Gorki, Die alte Isergil. Gesammelte Erzählungen, aus dem Russischen von Michael Feofanow, Diederichs, Leipzig 1902.<br />
7 Rimsky-Korsakov, Nikolai, Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch und von der Jungfrau Fewronija, Oper, Sankt Petersburg 1906<br />
8 Nederlander, Munin, Kitez. The Russland Grail Legends, The Aquarian Press, First Edition, London, 1991, S. 92-95<br />
9 Zsolt Gárdonyi, Alexander Skrjabin (1871–1915) zum 100. Todestag, Würzburg, www.gardonyi.de<br />
10 Jan van Rijckenborgh, Die Ägyptische Urgnosis, Band 2, Rozekruis Pers, Haarlem, 2. Auflage 1983, S.276<br />
11 Helena Roerich, a.a.O.</p>
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		<title>Geist und Materie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heiko Haase]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 13 Sep 2023 06:49:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&#160; Mit Beginn der Aufklärung zerbrach dieses empfindliche Gleichgewicht, und die Entwicklung der materiellen Wissenschaft nahm ihren Lauf. Geist und Materie in einem Zusammenhang zu denken wurde damit für eine gewisse Zeit unmöglich. Erst bei den Quantenphysikern änderte sich dies. Die Alchemie war seit Beginn des Mittelalters eine Geheimwissenschaft. Viele Fürsten an den europäischen Herrscherhäusern [&#8230;]]]></description>
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<p>Mit Beginn der Aufklärung zerbrach dieses empfindliche Gleichgewicht, und die Entwicklung der materiellen Wissenschaft nahm ihren Lauf. Geist und Materie in einem Zusammenhang zu denken wurde damit für eine gewisse Zeit unmöglich. Erst bei den Quantenphysikern änderte sich dies.</p>
<p>Die Alchemie war seit Beginn des Mittelalters eine Geheimwissenschaft. Viele Fürsten an den europäischen Herrscherhäusern unterhielten Labore, in denen sie Alchimisten beschäftigten. So manche wichtigen Erfindungen wie das Porzellan oder auch die spagyrischen Heilmittel entstammten diesen Laboren. Das Besondere an der Alchemie war ihre enge Verknüpfung von geistiger Erkenntnis und materieller Forschung. Mit dem Beginn der Neuzeit, als die modernen Naturwissenschaften ihren Siegeszug antraten, verschwand die Alchemie, und die enge Verbindung zwischen Geist und Materie verflüchtigte sich in der europäischen Kultur.</p>
<p>Die Wissenschaft löste zu Beginn der Neuzeit die Religion in ihrer Vormachtstellung ab und wurde zum Motor einer neuen Weltsicht. War die Religion zuvor Herrscher über die Wissenschaft, so wurde nun die Wissenschaft zum Katalysator eines neuen Weltbildes. Das Bild des nüchternen, aufgeklärten Menschen stand ihr vor Augen. Die Welt sollte erklärbar werden. Die Entdeckungen im Bereich der Mechanik veränderten das tägliche Leben der Menschen. Die Erleichterungen durch Motorisierung und Technisierung führten zu einem Wohlstand, der die Lebenssinnfragen zunehmend aus dem Bewusstsein verdrängte. Der feste Glaube, der viele Wissenschaftler zu Höchstleistungen anspornte, war der Traum, eines Tages mit wissenschaftlichen Methoden alle Geheimnisse der Natur aufdecken zu können und damit die Welt dem Menschen endgültig untertan zu machen. Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts kehrte besondere Denkansatz der Alchemie durch die Entwicklung der Quantenphysik in die Wissenschaft zurück.</p>
<p><strong>Die Trennung von Geist und Materie</strong></p>
<p>Mit diesem radikalen Bruch zwischen Wissenschaft und Religion verlor auch die Alchemie ihre Funktion an den Fürstenhöfen.  Das Zusammenspiel von Geist und Materie immer wieder auszuleuchten und so als fruchtbarer Nährboden für eine umfassende Weltsicht zu dienen, ging verloren. Das Besondere an der Alchemie war ihre Ausgewogenheit zwischen geistiger Suche und materieller Forschung. Scharlatane begannen, sich alchemistischer Methoden zu bedienen und führten eine Rufschädigung herbei, von der sie sich nicht wieder erholte. In Form der Quantenphysik kehrten jedoch Denkansätze der Alchemie in der Bemühung zurück, Geist und Materie wieder in einen Zusammenhang zu stellen. Die Quantenphysik kann man als moderne Schwester der Alchemie betrachten, da sie die Frage nach dem Zusammenspiel von Geist und Materie neu stellte.</p>
<p>Nach über 200 Jahren, in denen die moderne Wissenschaft beständig nach dem inneren Aufbau der Materie gefragte hatte, musste die Quantenphysik erleben, wie ihr bei ihrem konsequenten Vorstoß in die subatomare Welt die Materie abhanden kam.</p>
<p>Werner Heisenberg, einer der großen Pioniere, wollte schon in jungen Jahren wissen, was es ist, das die Welt im Innersten zusammenhält. Vielleicht war ihm zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, dass er mit seiner Fragestellung die Fundamente der Wissenschaft auf einen ganz neuen Boden stellen sollte. Bis dahin interessierte die Wissenschaftler in erster Linie die Struktur der Materie, die sie bis in die mikroskopische Ebene hinein erforschten. Die Frage war, wie die kleinsten unsichtbaren Teilchen aussehen, aus denen die sichtbare Materie zusammengesetzt ist.</p>
<p>Werner Heisenberg suchte mit seiner Frage nicht nach der Form, sondern nach der Kraftwirkung. Mit dieser veränderten Fragestellung stießen er und andere Physiker irgendwann auf das Paradox des „Welle-Teilchen Dualismus“. Das Besondere an den Wissenschaftlern der Quantenphysik war, dass sie die Frage nach dem Göttlichen nicht von vornherein ablehnten. Sie suchten in ihren philosophischen Abhandlungen zur Quantenphysik oft nach Antworten, die den Zusammenhang von Geist und Materie näher beleuchten. Um überhaupt die Frage nach dem „inneren Zusammenhang“ stellen zu können, musste zuvor der tiefe Graben zwischen Wissenschaft und Religion bzw. Philosophie überwunden werden.</p>
<p>Max Planck, der Begründer der Quantenphysik, ging davon aus, dass es hinter allem, was er als Physiker messen und erfahren konnte, eine fundamentale Kraft geben muss, die alles Leben erzeugt. Damit wurde es notwendig, das Leben, welches die Wissenschaft in den Jahrhunderten davor konsequent aus ihren Fragestellungen eliminiert hatte, um eindeutige reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten, wieder in ihre Forschungen mit einzubeziehen. Leben ist erfahrbare Geistwirkung, aus der wir unsere duale Realität erzeugen, die bis dahin Gegenstand der Wissenschaft war. Hinter dem Leben drängt der Geist als  potentielle Wirkkraft. Auf dieser Ebene gibt es eine Wirklichkeit, die das Potential besitzt, zur Realität zu werden.</p>
<p><strong>Materie ist geronnener Geist</strong></p>
<p>Was „Wirklichkeit“ ist, ist eine hoch abstrakte Frage, die sich nur der individuellen Erfahrung erschließt. Wir bemerken sehr schnell, wenn wir uns mit anderen Menschen austauschen wollen, dass die Wirklichkeit nicht mitteilbar ist. Ein Austausch über Erfahrungen ist  möglich; eine Einigung lässt sich erzielen, wenn der Gesprächspartner über ähnliche Erfahrungen verfügt und bestätigt: dieses oder jenes ist wahr. Er begreift zwar auch dann noch nicht, was in dem Moment von seinem Gesprächspartner erlebt wird, es entsteht aber eine Resonanz zu einem eigenen Erleben, das die Worte des Gesprächspartners nachvollziehbar macht. Wenn wir also einem Menschen etwas über „Wirklichkeit“ mitteilen wollen, dann müssen wir vorher zu dieser Wirklichkeit werden. Sind wir das, was wir sagen, dann entsteht ein Resonanzfeld, in dem sich die Information auf den Zuhörer überträgt. Genauer gesagt schwingen die beiden Gesprächspartner dann in der gleichen Wirklichkeit. Wenn dieser Informationsaustausch fruchtbar werden soll, muss für sie die reine Geistwirkung in einem ersten Gerinnungsprozess zur lebendigen Realität werden. C.G. Jung sprach in diesem Zusammenhang von Archetypen. Archetypen sind ein erster Gerinnungsprozess, der für einen stark in der Materie verhafteten Menschen eine kaum vorstellbare geistige Lebendigkeit enthält.</p>
<p>Der Quantenphysiker Hans-Peter Dürr sagt: „Materie ist geronnener Geist.“ Dieser Gerinnungsprozess ist immer mit einem Verlust an Geist und Lebendigkeit verbunden. Er kann stufenweise weiter fortschreiten und schließlich in einem rein materiellen Zustand enden. Dann sind wir bei der toten Materie angelangt. Die Alchemisten sprachen vom Caput mortuum. Es ist der Teil der Materie, der absolut nicht mehr transformierbar ist. Sie erscheint uns aber vielleicht auch nur als tot, weil ihre Veränderungsgeschwindigkeit so unvorstellbar klein geworden ist, dass wir sie gar nicht mehr wahrnehmen. Veränderungen muss es auch in der Materie immer geben, da auch die Materie ein Aspekt des Geistes ist und dieser sich immer in schöpferischer Bewegung befindet. Hans Peter Dürr beschreibt in seinen Vorträgen, dass dieser „Prozess der Gerinnung“ irreversibel, also nicht umkehrbar sei und die Materie auf dieser Ebene nicht mehr an der Evolution teilnehme.</p>
<p>Diese Sicht auf die Materialisierung des Geistes ist wohl noch einmal genauer zu betrachten, da ein irreversibler Prozess bedeuten würde, dass es Schöpfungsprozesse gibt, die in einer Sackgasse enden.</p>
<p><strong>Die Entstehung der Naturgesetze</strong></p>
<p>Die Quantenphysik, die „holistische Physik“, ist eine ganz neue Möglichkeit, die Welt zu begreifen. Holistisch nennt Hans-Peter Dürr die Quantenphysik deshalb, weil er hinter allem Sichtbaren und Messbaren ein alles verbindendes Feld vermutet, dessen Wirkkraft er als Potentialität bezeichnet. Dieses Feld ist reine Lebendigkeit und beständige Veränderung. So gesehen ist Geist Leben und Kreativität und hat damit eine gewisse Polarität zur Materie. Wenn der Geist Bewegung erzeugt, dann liegt darin nicht mehr als eine Ahnung, ein „diffuses Etwas”, aber noch kein Gedanke. Dieses Feld der Potentialität enthält Ahnungen und ist in der Lage, Gewohnheiten auszubilden. Sehr umfassende fundamentale Gewohnheiten bilden die Naturgesetze. Die Gewohnheiten sind dabei die Heranbildung gewisser Formen, an denen entlang Geist sich ausbreitet.</p>
<p>Es gibt eine kleine Geschichte, die sich um die Entdeckung der Quantenmechanik rankt. Max Planck versuchte sich vorzustellen, wie sich Energie innerhalb der Materie bewegt. Er kam auf den Gedanken, dass dies kein gradliniger und gleichmäßiger Fluss ist, sondern dass sich Kraft- oder Lichtpakete, sogenannte Quanten, bewegen bzw. sich ihren Weg suchen. Es lässt sich vergleichen mit einer Fensterscheibe, an die Regentropfen schlagen. Haben sich genügend vereinigt, dann bildet sich ein Rinnsal aus Tropfen auf der Scheibe. Dieses Rinnsal sucht zuerst seinen Weg. Ist der einmal gebildet, dann fließt das Wasser immer diesen gleichen Weg. Am Anfang weiß niemand, warum es gerade diesen Weg und keinen anderen nimmt. Es entwickelt sich so etwas wie eine „Fließgewohnheit”. Man kann nun sagen, dass das Wasser für die nächste Zeit diesen Weg nehmen wird. Diese typische Form, mit der die Energie dann Gewohnheitsstrukturen entwickelt, nennt die klassische Physik Naturgesetze.</p>
<p>In einem nächsten Schritt gerinnt der Geist in diesen Bahnen zu Materie. Dieser Gerinnungsprozess führt ihn zu einem Ende seiner Wandlungsfähigkeit. Damit steigt der materialisierte Geist aus der Evolution aus. Es ist der Wärmetod des Kosmos, der dadurch eintritt, dass die Materie schließlich auf ihrem niedrigsten Energieniveau ankommt, auf dem für jegliche Veränderung die weitere Energie fehlt. Hier wird ein Zustand beschrieben, der aber sinnvoller Weise keinen Endpunkt darstellen kann, sondern in den Mythologien, Philosophien oder Religionen nur die eine Hälfte eines Kreislaufes beschreibt. Unter den Begriffen „Wiedergeburt aus Wasser und Geist“ in der christlichen Tradition oder der „Transfiguration“ der Rosenkreuzer oder auch der Rückkehr der Buddhisten ins Nirvana wird ein Weg beschrieben, der durch eine strukturelle Regeneration der atomaren Substanz deren Gerinnungsprozess wieder rückgängig macht und den ursprünglichen Zusammenhang wieder herstellt. Und vielleicht wussten auch die Quantenphysiker um diese Möglichkeit, die z.B. Werner Heisenberg sein Leben lang nach der Weltformel suchen ließ.</p>
<hr />
<p>You tube Video: <a href="https://youtu.be/lrgQakHPRP8">Hans-Peter Dürr: Das Geistige ist die treibende Kraft.</a></p>
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		<title>Wir sind intersubjektive Wesen – Die Bedeutung der Verbundenheit</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heiko Haase]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Aug 2023 11:12:57 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Die Bedeutung der Verbundenheit Wenn wir uns die Frage der Verbundenheit stellen, müssen wir auch fragen, wie diese Verbundenheit funktioniert. Wie entsteht sie, und wie sieht sie aus? Im landläufigen Sinn stellen wir uns die Verbindung zwischen zwei Menschen als eine Art mechanische Wirkung vor. Demgemäß gibt es einen Sender und einen Empfänger, sowie ein [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><iframe title="Spotify Embed: Wir sind intersubjektive Wesen - die Bedeutung der Verbundenheit" style="border-radius: 12px" width="100%" height="152" frameborder="0" allowfullscreen allow="autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture" loading="lazy" src="https://open.spotify.com/embed/episode/365fJ6vLBrG4KOD1K6HksC?si=dYKWL6B_QV-I-SKoQlIkPg&amp;utm_source=oembed"></iframe></p>
<p><strong>Die Bedeutung der Verbundenheit</strong></p>
<p>Wenn wir uns die Frage der Verbundenheit stellen, müssen wir auch fragen, wie diese Verbundenheit funktioniert. Wie entsteht sie, und wie sieht sie aus?</p>
<p>Im landläufigen Sinn stellen wir uns die Verbindung zwischen zwei Menschen als eine Art mechanische Wirkung vor. Demgemäß gibt es einen Sender und einen Empfänger, sowie ein Mittel der Übermittlung, im Allgemeinen die Sprache oder Zeichen in jeder Form. Die moderne Sprachtheorie geht davon aus, dass wir in Zeichensystemen kommunizieren. Analog dazu stellt man sich gemäß der abendländischen Ontologie, z.B. Heideggers, eigenständige Entitäten vor, die aus ihrer Abgeschlossenheit heraus ihre Botschaften dem anderen zu vermitteln versuchen.</p>
<p>Bei diesen Konzepten ist es allerdings kaum verwunderlich, dass die entsprechenden Philosophien häufig zu dem Ergebnis kommen, dass Kommunikation Probleme aufwirft. Mit den neuzeitlichen philosophischen Systemen des Poststrukturalismus und Konstruktivismus beispielsweise finden wir uns oft in einer Welt des Zufalls und der Entfremdung wieder – einer Welt, in der der Einzelne isoliert ist und Sinnbezüge sich auflösen. Gibt es eine andere Möglichkeit?</p>
<p><strong>Hinweise aus der Quantenwelt</strong></p>
<p>Das Phänomen der Quantenverschränkung weist auf ein anderes Wirkungsprinzip hin, in dem zwischen zwei Akteuren keine Kraft wirkt, sondern eine „Phasenkorrelation“ stattfindet, eine „Kohärenz“. Der italienische Quantenphysiker Giuseppe Vitiello, der sich auch mit Fragen des Bewusstseins beschäftigt, spricht hier von einer Art von Syntonie, wie zwei Musiker, die in einem Orchester im Gleichklang spielen.<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a></p>
<p>Dieses Phänomen beschreibt das sogenannte Einstein-Podolsky-Rosen-Paradoxon. Nehmen wir an, ein Elementarteilchen zerfällt in zwei Photonen. Diese &#8222;Zwillingsphotonen&#8220; zeigen dann das Phänomen der Verschränkung (engl.: entanglement), d.h. sie bleiben auch über sehr große Entfernungen miteinander verbunden, und wenn der Zustand des einen Photons durch eine Aktion eines Beobachters verändert wird, wirkt sich dies augenblicklich auf den Zustand des anderen Photons aus. Würde die Änderung durch einen Boten übertragen, so würde dieser Bote sich schneller als mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegen.</p>
<p>Eine Geschwindigkeit, die schneller als die Lichtgeschwindigkeit ist, ist jedoch nach den Gesetzen der klassischen Physik unmöglich. Einstein nannte dieses Phänomen der Verschränkung deshalb &#8222;spukhafte Fernwirkung&#8220;. Diese Art der Verbindung kann mit der Speziellen Relativitätstheorie nicht beschrieben werden. Deshalb gibt es in der Quantenphysik Begriffe wie &#8222;nicht-lokal&#8220; und &#8222;nicht-kausal&#8220;, um diese Effekte zu beschreiben. Das bedeutet, dass zwischen zwei Teilchen keine Kraft wirkt, sondern sie in eine Resonanz gehen. Es gibt keinen materiellen, raum-zeitlichen Einfluss, und trotzdem geschieht eine Wirkung.</p>
<p>Vitiello weist darüber hinaus darauf hin, dass es in der Quantenwelt keine isolierten Entitäten gibt, weil diese eine ontologische Isolation suggerieren, die auf dieser Realitätsebene nicht beobachtet werden kann. Quantenphysikalisch gibt es nur offene Systeme. Sinnvoller ist die Annahme von Feldern, die die Entitäten, ihre Umgebung und den gegenseitigen Austausch von Energie in ihren verschiedenen Formen einschließt. In der Quantenphysik gibt es also offene Systeme, die ohne eine vermittelnde Kraft nicht-lokal und nicht-kausal miteinander verbunden sind.</p>
<p><strong>Unmittelbare Resonanz</strong></p>
<p>Diese Überlegung kann auf philosophische Fragen übertragen werden: Was ist ein Lebewesen? Wie geschieht Kommunikation und Verbindung zwischen Lebewesen? Könnten nach diesem Paradigma zwei Menschen ohne Austausch von Botenstoffen, nicht-lokal und nicht-kausal, miteinander in Beziehung stehen, wie im Fall der Zwillingsphotonen? Und was würde das bedeuten?</p>
<p>Der Philosoph Walter Benjamin entwickelte eine Kommunikationstheorie, die sich von der üblichen Vorstellung über Sprache abgrenzt und in ähnlicher Weise wie die Quantentheorie arbeitet. In seinem Aufsatz über Sprache heißt es:</p>
<blockquote><p>Das Mediale, das ist die <em>Unmittel</em>barkeit aller geistigen Mitteilung, ist das Grundproblem der Sprachtheorie, und wenn man diese Unmittelbarkeit magisch nennen will, so ist das Urproblem der Sprache ihre Magie. (Hervorhg. v. Benjamin)<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a></p></blockquote>
<p>Benjamin erklärt in seinem Aufsatz, dass die Vorstellung der Sprache als Mittel falsch ist. Es gibt nicht zwei isolierte Entitäten, die die Sprache als Mittel benutzen, um sich zu verständigen. Nach Benjamin ist die echte Kommunikation und Verbundenheit unmittelbar, gleichsam magisch. Dies kann man wie eine nicht-materielle, nicht-lokale Wirkung verstehen, die jenseits von Raum und Zeit wirkt, ähnlich der Verschränkung der Photonen.</p>
<p>Das bedeutet, wir benutzen nicht nur Sprache, sondern wir sind Sprache, wenn man Sprache in einem erweiterten Verständnis begreift, in dem auch Form, Farbe und Bewegung als Sprache gelten. Sprache ist kein Mittel, sondern eine Unmittelbarkeit, eine Art Magie, ein Aspekt unseres eigenen geistigen Wesens. Das Wissen um den Anderen<a href="#_ftn3" name="_ftnref3">[3]</a> und die Verbundenheit mit ihm ist unmittelbar, nicht-lokal, nicht-kausal, nicht mechanistisch beschreibbar. Wir zeigen uns unmittelbar in der Sprache, und ohne Sprache würden wir nicht existieren.</p>
<blockquote><p>Das Dasein der Sprache erstreckt sich aber nicht nur über alle Gebiete menschlicher Geistesäußerung, der in irgendeinem Sinn immer Sprache innewohnt, sondern es erstreckt sich auf schlechthin alles. Es gibt kein Geschehen oder Ding weder in der belebten noch in der unbelebten Natur, das nicht in gewisser Weise an der Sprache teilhätte, denn es ist jedem wesentlich, seinen Inhalt mitzuteilen. (ebd., S. 140f.)</p></blockquote>
<p>Dies ist ein erweitertes Verständnis von Sprache, das aber das Wesen des Menschen deutlicher zu erfassen erlaubt als das konventionelle Verständnis. Die wichtigste Konsequenz daraus ist, dass der Mensch kein isoliertes Wesen ist, das für sich allein existieren könnte. Die Sprache zwischen den Menschen ist nicht nur ein willkürliches Mittel, um eine Information zu übermitteln. Vielmehr <em>sind</em> wir Sprache und Bedeutung. Benjamin sagt, „daß dieses geistige Wesen sich <em>in</em> der Sprache mitteilt und nicht <em>durch</em> die Sprache“ (ebd., S. 142). Wir werden erst dann zu Individuen, wenn wir uns mitteilen und mit dem anderen in Kohärenz gehen.</p>
<p><strong>Wir sind Sprache</strong></p>
<p>Wir sind keine isolierten Systeme und werden tatsächlich überhaupt erst zu einem vollständigen Wesen, wenn wir uns zeigen und vom anderen wahrgenommen werden. Jeder Mensch ist ein Bewusstsein, das sich selbst erkennt. Wir sind zugleich Subjekt und Objekt der Erkenntnis. Wir sind „Ich-Michs“: Ich erkenne mich, ich fühle mich. Dies ist doppelt reflexiv. Diese Selbsterkenntnis ist aber erst vollständig, wenn ich mich damit zeige, wenn nämlich mein Inneres mit meinem Äußeren übereinstimmt: ich zeige mich. Sobald ich nach außen etwas anderes zeige, als ich im Inneren bin, verleugne ich mich selbst und existiere nicht wirklich. Die Übereinstimmung von Innen und Außen ist deshalb essenziell, und das bedeutet, auch das Außen und der Andere sind konstitutiv für das Selbst. Das Außen verbindet uns im Idealfall mit dem Anderen, es ist die Kommunikation und das Wahrgenommenwerden im Anderen, im Du. Das Gegenmittel gegen die Unverbundenheit ist deshalb die Ehrlichkeit. Wir zeigen uns ehrlich. Dadurch entstehen Berührung und Verbundenheit.</p>
<p>Das bedeutet es zu sagen: wir sind Sprache. Sprache ist eben kein Mittel, mit dem sich isolierte Entitäten über Botenstoffe austauschen, sondern es ist eine Resonanz, ein Schwingungsphänomen.</p>
<p>Wenn die Saiten gestimmt sind, dann sind sie stimmig. Das läuft bei uns Menschen im Wesentlichen über die Stimme, also über die Sprache, aber auch über Gestik, Mimik, Farbe und Form. Sprache wird in diesem Verständnis zu einem essenziellen und wesentlichen Bestandteil unserer selbst.</p>
<p>Das Wahrste wiederum ist, wie Benjamin feststellt, das Ausgesprochenste. Wir sehen hier eine besondere Form der Mystik. Im innersten Kern unseres Wesens gibt es etwas Unausgesprochenes. Das will ausgesprochen werden und findet seine Vollendung in dieser Äußerung des Inneren. Die innerste Wahrheit ist hier nicht etwas, wofür es keine Worte gibt. „Je tiefer, d. h. je existenter und wirklicher der Geist, desto aussprechlicher und ausgesprochener“ (ebd., S. 146) ist er, sodass „das Ausgesprochenste zugleich das reine Geistige ist“ (ebd.). Dies führt zu dem für die Religionen so zentralen Begriff der Offenbarung, worin Benjamin eine „hinreichende Bedingung und Kennzeichnung der Göttlichkeit des geistigen Wesens, das sich in ihm [dem Wort, R.E.] ausspricht“ (ebd.), sieht, denn ein solches Wort sei unantastbar.</p>
<p><strong>Das wahre Selbst</strong></p>
<p>Aus diesem Prozess des Sich-Zeigens, in der Verbundenheit mit dem Anderen, entsteht erst die Individualität, als Selbsterkenntnis und authentisches Sein. Diese Individualität ist dynamisch und nicht statisch. Sie verändert sich in Abhängigkeit vom Gegenüber und dem kulturellen Rahmen, in dem wir uns bewegen. Wir sind also in unterschiedlichen Beziehungen immer anders. Ich bin in Beziehung zu meinen Eltern anders als in Beziehung zu meiner Partnerin, meinen Freunden, Kindern, Kollegen, Fremden usw.</p>
<p>Wenn wir in diesen relativen Verbindungen je anders sind, stellt sich die Frage, wer wir wirklich sind. Was ist der wahre und feststehende Kern unseres Selbst? Sind wir ein Durchschnittswert aus allen diese Beziehungen? Oder gibt es vielleicht doch einen essentiellen Kern, der unabhängig von anderen für sich existiert? Wenn wir aber offene Systeme sind und erst ganz werden, wenn Außen und Innen übereinstimmen und dieses Außen unsere Kommunikation mit anderen ist, dann brauchen wir diese Kommunikation und die Verbundenheit. Welche Beziehung, welche Verschränkung, wäre dann diejenige, die unsere wahre Identität offenbaren würde? Dies führt uns auf die Idee Gottes. Neben diesen relativen Identitäten gibt es eine wahre, absolute Identität eines jeden Individuums. Diese zeigt sich in seiner Beziehung zu Gott, der hier als der absolute Ort verstanden wird. Die Verbundenheit mit Gott ist also das letztliche Ziel jedes Wesens, in der es sich selbst erkennt.</p>
<p><strong>Einheit und Verschiedenheit</strong></p>
<p>Es gibt aber noch andere wichtige philosophische Implikationen, die aus diesen Zusammenhängen hervorgehen. Wenn wir Wesen mit einer Innen- und einer Außenseite sind, die sich in der Verbundenheit erkennen, bedeutet das, dass diese Individuen verschieden sein müssen, um eine Äußerung und eine Innerung zu erhalten. Wären wir nicht verschieden, gäbe es keine Verbundenheit und wir bräuchten keine Sprache und keine Form. Das ganze Phänomen des Lebens ergibt sich also aus der Vielfalt der einzelnen Wesen und Dinge. Diese Vielfalt ist nicht reduzierbar. Die letzte Wahrheit ist keine unterschiedslose Einheit, sondern eine Einheit in Verschiedenheit. Wir bleiben individuelle Wesen in unserer Verbundenheit mit Gott und den anderen Wesen.</p>
<p>Angesichts dieser Prämissen zeigt sich, dass kulturelle Kohärenz zwischen Menschen oder Gruppen nicht durch Mittel entsteht, mit denen man auf andere einwirkt – was ein imperialistischer, patriarchaler Ansatz ist –, sondern durch die Entwicklung von Resonanz. Kultur entsteht durch das Teilen eines gemeinsamen Gedankens, der eine Gemeinschaft von Menschen miteinander verbindet. Die Bedeutung der Entwicklung eines gemeinsamen kulturellen Umfelds liegt darin, dass jeder Akteur seine eigene Schwingung, seine eigene Phasenfrequenz hat, es aber in diesen offenen Systemen immer ein Dazwischen und einen Unterschied der Akteure gibt. Spirituell gesehen sind wir alle ewige Personen, und Gott ist die höchste ewige Person.</p>
<p>Interessanterweise ist nun quantentheoretisch betrachtet vollständige Phasengleichheit oder vollständige Kohärenz als niederster Energiezustand der geringste Ordnungsgrad und bringt keine Veränderung oder Bewegung hervor. Deswegen ist nicht nur die Ordnung ein wichtiger Bestandteil von Lebendigkeit, sondern auch das Chaos. Leben ist genau betrachtet ein Phänomen der Asymmetrie. Verbundenheit ist somit eine Wechselwirkung von Verbindung und Trennung, von Einheit und Verschiedenheit. Erst dann entsteht das Spiel, das Bewegung, Freude und Anziehung erzeugt.</p>
<p><strong>Anziehung</strong></p>
<p>In der Quantenphysik entsteht Kohärenz durch Anziehung. In der Tat ist die Kategorie der Anziehung auch für die Philosophie eine höchst fruchtbare Kategorie, die in unserem technologiegetriebenen Szientismus, der meist auf Profit und Herrschaftsinteressen ausgerichtet ist, sehr oft vergessen wurde. Normalerweise sind Wissenschaft und Technik ausschließlich darauf ausgerichtet, das Prinzip des Drucks durchzusetzen, das mechanische Effekte ermöglicht. Diese mechanistische Vorstellung wurde auch in die Philosophie übernommen.</p>
<p>Die Wirkung der Kohärenz erzeugenden Anziehung hingegen könnte zu einem neuen Verständnis der Wirklichkeit beitragen, das viel lebensnäher ist und die Bedürfnisse der Lebewesen viel genauer beschreiben kann. Anziehung ist eine unmittelbare Wirkung, da sie im Wesen selbst liegt. Sie stellt sich von selbst her, wenn man sie lässt.</p>
<p>Mit dieser Sichtweise könnte es gelingen, ein völlig neues Paradigma zu etablieren, sowohl in den Geistes- als auch in den Naturwissenschaften. Demzufolge sind wir Menschen offene Systeme, die den anderen brauchen, um sich selbst zu werden. Wir verwenden keine materiellen Kräfte, um auf andere einzuwirken, sondern schwingen in der gleichen Phase, um Kohärenz herzustellen. Hauptantrieb ist Anziehung, nicht Druck. Dies wäre ein herrschaftsfreies Paradigma, das die Individuen in ihrer Souveränität ehrt sowie den intersubjektiven Prozess als unverzichtbar für die Konstitution der Wirklichkeit respektiert. Kommunikation und Verbundenheit beruhen auf unmittelbarer, gleichsam magischer Phasengleichheit. Der Prozess der Anziehung ist eine achtsame, zärtliche Annäherung an den Anderen in einer Stimmung der Zuneigung und Liebe, bis man gemeinsam schwingt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<h3>Zum Autor:</h3>
<p>Ronald Engert, geb. 1961. 1982–88 Studium der Germanistik, Romanistik und Philosophie, 1994–96 Indologie und Religionswissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/M. 1994 Mitgründung der Zeitschrift Tattva Viveka, seit 1996 Herausgeber und Chefredakteur. 2015–22 Studium der Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2022 Masterarbeit zum Thema »Mystik der Sprache«. Autor von »Gut, dass es mich gibt. Tagebuch einer Genesung« und »Der absolute Ort. Philosophie des Subjekts«. Blog: <a href="https://www.ronaldengert.com/">Ronald Engerts Logbuch – Suche nach Wahrheit</a> / Zeitschrift: <a href="https://www.tattva.de/">Wissenschaft und Spiritualität | Zeitschrift Tattva Viveka</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Giuseppe Vitiello: <em>My Double Unveiled – The dissipative quantum model of brain.</em> John Benjamins Publ. Co., Amsterdam 2001</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Walter Benjamin: <em>Über die Sprache des Menschen und Sprache überhaupt</em> [1916], in: ders., Gesammelte Schriften, Band II, S. 140–157, Frankfurt M. 1972–1989, hier S. 142f.</p>
<p><a href="#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a> Der „Andere“ wird hier bewusst großgeschrieben, entgegen der grammatikalischen Regel, um den Subjektstatus des anderen Subjekts zu betonen.</p>
<p>&nbsp;</p>
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